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Nussplätzchen auch okay. Aber nur ganz spezielle!

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Eine Hand Nüsse pro Tag sind gesund, darüber sind sich ausnahmsweise die Ernährungsexperten einig. Dem Zentrum der Gesundheit zufolge darf es durchaus auch Nussschokolade oder -plätzchen sein. Aber nur ganz spezielle! Dabei gehört diese eigenwillige Auslegung wissenschaftlicher Erkenntnisse noch zu den harmlosen Beispielen. Kleine Kostprobe? Softdrinks verursachen Fehlgeburten, Fleischesser sind wütend und die Pharmaindustrie lügt.

Für Vice Munchies habe ich bei der von einer Schweizer Unternehmensberatung betriebenen  Website angeklopft. Es klang sehr hohl.

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Ist ein Leben ohne Grünkohlmassage sinnlos?

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Das Zeit Online Sonntagsessen mit Good Eatings stößt vielen Lesern bitter auf. Grünkohl massieren? Pasta ohne Parmesan? Noch schlimmer, auch die Pasta fällt ja aus Gluten-Gründen weg! Interessant, dass es immer dann besonders wüst in den Kommentarspalten zugeht, wenn Ernährungstheorien oder Diäten thematisiert werden. Kein Wunder, ist Essen doch Ersatzreligion. Seinen Sonntagsbraten verteidigt der Traditionalist so entschieden wie früher die Sonntagsmesse.

Übrigens: Ich selbst verzichte weder auf Parmesan noch Pasta.

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Anarchie mit Gottes Segen

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Für Vice Munchies habe ich Angelo Stäldi, Kaffeeröster und Querulant, in seinem Kreuzberger Kaffeepur getroffen. Es ging auch um Punkmusik:

Man muss noch mal auf Angelos eigenwilliges Außenkonzept zu sprechen kommen: Fünf Reihen Kirchbänke, eigenhändig einem oberbayerischen Gotteshaus entnommen, mit Blick auf den für seine Hässlichkeit verehrten Spreekanal. Wie die Band heißt, die hier Anfang April auftreten wird? „Keine Ahnung“, gesteht Angelo.

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Den Balkon vor lauter Wildkräutern

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Was tut der Gastgeber, wenn auf dem Balkon so viele Grünpflanzen wachsen, dass sich niemand mehr hinsetzen kann? Er serviert seinen stehenden Gästen eine Wildkräuterpolenta. Nach einer eher kritischen Kochbuchrezension stelle ich die Krautkopf-Blogger Susann und Yannic beim Sonntagsessen vor. Und koche ein paar Tage später ihren Spargelsalat mit gerösteten Kichererbsen nach. Schmeckt herrlich und sieht aus wie auf dem Foto.

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Vom Discountersteak, das ein Food Porn sein wollte

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Wie viele Fotos vom Essen anderer Leute kann man schlucken, ohne zu platzen? Kommt ganz darauf an, wer diese Leute sind. Bei Stephen Shore kann ich gar nicht genug bekommen. Der 68-Jährige gehört zu den einflussreichsten Fotografen der Gegenwart, das C/O Berlin widmet ihm gerade eine umfassende Retrospektive. Beim Betrachten der analogen Aufnahmen von schäbigen Motelzimmern, akkuraten Rasenflächen und dem ewig blauen Himmel Kaliforniens will man sofort einen Cadillac mieten und wie Stephen Shore einmal quer durch die USA fahren. Und zwar nicht wegen, sondern trotz seiner Fotos von Schlabberpancakes, Discountersteaks und traurig verschrumpelten Würstchen.

Vierzig Jahre später bespielt Shore natürlich einen Instagramkanal.

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Eine zeitgenössische Form von institutioneller Food-Fotografie zeigte die Gruppenausstellung Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie in den Hamburger Deichtorhallen. Für ihre Abschlussarbeit an der Kölner Kunsthochschule für Medien fotografierte Kyung-Nyu Hyun ein Jahr lang jede Mahlzeit. Analog statt Instagram und demzufolge ohne Farbfilter, was im Ergebnis weniger appetitlich, aber dafür realer aussieht. Das originellste dieser Arbeit ist ihr Titel Pics Or It Didn’t Happen, der mit unserer Marotte spielt, alles Erlebte festhalten zu müssen. Abgesehen davon ist diese Mischung aus Dokumentarfotografie und Food Porn-Zeitdiagnose als künstlerischer Zugriff ein bisschen fad. Bilder von verzehrfertigen Tellern mögen in den Siebzigern revolutionär gewesen sein – mittlerweile haben wir uns daran überfressen.

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