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Pulpo statt Chia

Saumagen, Gulasch, Königsberger Klopse: Es gibt sie noch, die rustikalen Blogger. Foodistas nennen Tanja und Carina Farwick und Jasmin und Marie-Christin Sotta ihren Blog, auf dem sie so ganz anders kochen als es dem Zeitgeist schmeckt. Für die Zeit-Online-Leser reicht schon ein Meeresfrüchterezept, um den kulinarischen Weltuntergang heraufzubeschwören.

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Als ich das letzte Mal in Paris war, konnte ich kaum einen Kaffee auf Französisch bestellen und habe in meiner Erinnerung hauptsächlich Fleisch mit Soße und Kartoffelpüree gegessen. Zeit, dieses Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Ein Wochenende ist dafür viel zu kurz, jedenfalls wenn man mehr als zwei Stunden am Stück nichts essen möchte. …

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Hausfrauendrinktraum

Was ist nicht ungesund, durststillend und kostet praktisch nichts? Der Shrub. Kein Wunder, dass sich bereits Lydia Maria Child für diese Essiglimonade begeistern konnte. Mit ihrem 1832 erschienenen Grundlagenwerk „The American Frugal Housewife“ ist Child, trotz amerikanischer Wurzeln, der Inbegriff einer schwäbischen Hausfrau. Dort empfiehlt sie, früh aufzustehen, sich über den Tag verteilt zu verausgaben und vor allem natürlich sparsam zu sein. Für Zeit Online habe ich geschaut, wie weit man mit Früchten, Essig und Zucker kommt – recht weit.

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Hinter dem Souvlakiberg

… wartet eine andere Welt. Griechische Küche ist so viel mehr als Dorfsalat und Gyrospfanne. Ich weiß das, seit ich auf Kreta mit Zinon Christofidis gekocht habe. Dessen Herz schlägt vor allem für die Milchprodukte seines Landes. Warum es sich lohnt, die für Deutsche schwer auszusprechenden Käsesorten Kefalotyri, Graviera, Anthotyros und Myzithra kennenzulernen, habe ich für Rondo, das Stilmagazin des Standard, aufgeschrieben.

Die Fotos wurden aufgenommen im Bonny Fish, einem der Restaurants des Abaton Island auf Kreta.

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Frittierter Käse, weil frittierter Käse geil ist

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Oktopuscarpaccio

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Die perfekte Welle

Fangfrischer Fisch in Berlin-Mitte? Ach, egal. Auch ich surfe mit auf der aktuellen Welle und esse Poke Bowls, sooft es geht. Zum Beispiel bei L.A. Poke, dessen Einrichtung aussieht wie ein Gemälde von David Hockney. Für Zeit Online habe ich aufgeschrieben, warum die Bowls perfekt in unsere Gesellschaft der Singularitäten passen, der Akzent auf dem -e falsch ist und sich manche Hawaiianer von Hipster-Toppings beleidigt fühlen.

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Jeder Tag kann ein Schokokuchentag sein

… oder ein knuspriger-Avocadosalat-Tag. Die Betreiberin von Brewing Happiness besitzt eine Gabe, die vielen verloren gegangen ist: Sie ist entspannt im Umgang mit Essen. Die Zeit-Online-Leser sind es nicht, wie man an der Kommentarspalte sieht.

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… und zwar für eine Eismaschine. Über den Wert von Eiscreme müssen wir nicht streiten. Mit einer Eistüte in der Hand kann man keinen Krieg führen, mit zwei Eistüten nicht einmal Hasskommentare im Internet schreiben. Natürlich gibt es vor allem in Berlin viele großartige Eisdielen und ständig machen neue auf. Trotzdem kann ich jedem den Kauf einer Eismaschine ans Herz legen. Aktuell arbeite ich mich durch das Standardwerk „Eiscreme mal anders“, mit gemischten Ergebnissen, aber was soll’s, der Sommer ist lang. Rezepte, für die man keine Eismaschine braucht, habe ich für Zeit Online gesammelt. 

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OMG, this is so Berlin! Schwarze Sesameiscreme „Darth Vader“ bei Mos Eisley

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Bella Spritzer

Wenn es wieder nicht reicht für drei Wochen Adria, dann wenigstens für drei Stunden Beachbar, mit einem Aperol Spritz in der Hand. Seit Jahren ist dieses Sommergetränk nicht tot zu kriegen, in Deutschland ebenso wenig wie im europäischen Ausland. Und das, obwohl Barkeeper und Cocktailsnobs darüber die Nase rümpfen. Interessanterweise haben die Italiener weniger Berührungsängste. Interessant auch, dass seine Basis, der namensgebende Bitter Aperol, in Deutschland wesentlich mehr Volumenprozent Alkohol hat als in Italien. Für Zeit Online habe ich mich sommerlich warm getrunken – und in Stuttgart eine erwachsene Variante des Spritz gefunden, ganz ohne Strohhalm.

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Erst die Suppe, dann das Vergnügen

Zur Abwechslung mal jemand, der den umgekehrten Weg geht: von der Veganerin zur Carnivorin. Schuld war Ruby Smiths Umzug von den USA nach Marokko. In ihrer neuen Heimat kocht sie Simples wie diese marokkanische Suppe mit Schälerbsen und Fava-Bohnen. Zur Belohnung für so viel Bescheidenheit folgt später am Tag die eigentliche Sensation in Form der Merinda genannten Teestunde. Ich sage nur: Apfelkuchen mit Orangenblüten-Kardamom-Creme, Zitronentarte und Teekekse.

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Einmal alles

Mezze ist der orientalische Begriff für Vorspeisen. Damit einher geht die schöne Praxis, alles, was auf dem Tisch steht, einfach zu teilen. Ein Trend, der unter dem Stichwort shared plates gerade auch die gehobene Gastronomie erreicht, was ich sehr begrüße. Für jemanden, der sich nicht entscheiden kann, ist „von allem ein bisschen“ nun mal die beste Lösung. Was dieses „alles“ sein kann, steht beim Zeit Online Sonntagsessen von Limon Rimon.

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Burgenland, again

Darf ich mich vorstellen? Burgenlandkorrespondentin. Mittlerweile war ich so oft dort, dass ich einen Reiseführer schreiben könnte. Wird aber „nur“ ein Text für die WELT.

Anfang März gleicht die Stimmung noch immer einem Winterschlaf. Macht nichts, schließlich offenbaren Orte gerade dann ihre Schönheit. Sommer kann jeder! Los ging es am Freitag mit einem Besuch bei Maria Strohmayer und Alexander Koppitsch vom Weingut Alexander Koppitsch. Vier Stunden lang haben wir gesprochen, getrunken und Bohnensterz gegessen. Dann hat uns Martin vom Weingut Hans & Anita Nittnaus empfangen. Ein Favorit ist sein Grüner Veltliner Manila. Anschließend gab es Abendessen im Gasthaus zur Dankbarkeit, dessen Ruf ihm weit vorauseilt (Wolfram Siebeck was here). Maronipalatschinken!

Morgenstund hat Wein im Mund: Samstag Vormittag gab es eine Betriebsbesichtigung und Verkostung bei Weingut Paul Achs in Gols. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Weingut GSELLMANN ANDREAS, wo wir wieder ein wenig länger blieben als geplant. Unter anderem lag das an Andreas’ fantastischem Finum Aperitif und einem unverkäuflichen Pet Nat. In Neusiedl trafen wir dann Hans-Peter Harrer. Für mich einer der spannendsten Winzer der Region, Danke an Dominik von vinonudo für den Tipp.

Unseren sehr großen Hunger stillten wir abends auf die angenehmste Art in der Greisslerei des Taubenkobel. Allein das Butterbrot zu Beginn war die Reise wert. Es folgten ein pochiertes Bauernei mit Topinamburcreme, Trüffelgnocchi und eine verboten gute Schokomoussetorte. Dazu Weine von Gut Oggau und Michael Faraday.

Sonntags dann die Überraschung: Der Neusiedler See zugefroren genug, um zum Eislaufen freigegeben zu sein.

Abends schwer beladen zurück nach Wien. Diese Korrespondenz wird noch eine Weile bestehen.

Und viele Monate später: Mein Reisetagebuch erscheint in der Welt am Sonntag.

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It’s a pie world

Go hard or go home, so lautet das Motto von Erin Clarkson. Was nicht recht passen will zu den mädchenhaften Verzierungen ihrer Kuchen. Vor allem bei Pies tobt sich die Neuseeländerin so richtig aus, wie das Sonntagsessen von Cloudy Kitchen mit seinen Blumen, Blättern und Gittermustern beweist.

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Ritz Bitch

Teneriffa wird auch die Insel des ewigen Frühlings genannt. Hätte ich das gewusst, hätte ich vor meinem Besuch im The Ritz-Carlton, Abama noch weniger Sommerkleidchen eingepackt, dann wäre noch mehr Platz im Koffer gewesen für Olivenöl und regionale Weine. Favorit der Verkostung bei Martin Berasategui – MB am Samstag war das Weingut Bodega Juan Matías Torres, das teilweise nur 1500 Flaschen pro Jahrgang herstellt. Delicioso war auch der Trenzado von Suertes Del Marqués.

Später am Abend haben wir im selben Restaurant über einen Zeitraum von fünf Stunden viele, viele Gänge gegessen. Besonders beeindruckt hat mich als Brotliebhaberin die große Auswahl an hausgemachten Sorten und die Palette mit Aufstrichen und Butterselektionen. Und das Ananasdessert, dabei mag ich gar keine Ananas.

Ebenso erging es mir am Abend zuvor bei Txoko Martin Berasategui mit dem herrlichen Ananas-Rahm-Parfait-Cookiebrösel-Ding.

Am Sonntag stand dann ein Paellakurs im Restaurant El Mirador auf dem Programm, der ehrlicherweise für mich aus Zuschauen und Cava-Trinken bestand. Das Ergebnis war muy bien. Kitchenhack: Die fertige Paella bei 200 Grad für neun bis zehn Minuten in den Ofen stellen.

Zwischen den Mahlzeiten wurde ich im hauseigenen Spa (Nacktschwimmen verboten!) mit Bananenpeeling gepeelt.


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Die Sprache des Körpers

Daun kaduk, bunga kantan und daun kesum? Nie gehört. Es handelt sich um Zutaten für einen malaysischen Kräutersalat. Das Rezept stammt vom Blog Vermilion Roots, den Christine Leong Knight nach ihrem Umzug in die USA aus Heimweh begonnen hat. Grundsätzlich ist die 38-Jährige der Meinung, man solle bei der Ernährung auf seinen Körper hören. Heißt jetzt „Intuitives Essen“ und ist, neben Intervallfasten, ein neuer Trend, was lustig ist, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um eine grundlegende menschliche Funktion handelt. Bekannterweise vertragen sich Rationalität und Trends eher selten.

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Tonka, Tonka, Bumm, Bumm

Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Tonkabohnen-Crème-Brûlée im, man glaubt es kaum, Gasthaus Linde. Schwäbische Avantgarde! Inzwischen ist die vanilleähnliche Zutat überall, im Eis, im Joghurt, sogar, wie kürzlich in Prag, in der Sauce Hollandaise. Und in dieser Erdbeertarte, die sich Jasmin Ralbofski ausgedacht hat. Ich persönlich kann Hirseschmarren mit Tonkabohne und Nüssen als Frühstück sehr empfehlen. Auch weil anschließend die ganze Küche danach duftet.

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Erwachsen sein ist super

Eis zum Frühstück, weil Erwachsene alles dürfen und Sommer ist in Berlin. Zum Eis gibt es Erdbeerkompott und Pancakes und auf dem Bürgersteig vor Cafe Bondi sind sogar zwei Sonnenplätze frei.

Später ein Spaziergang durch Neukölln, ein Eiskaffee ohne Eis bei PIG & TIGER und Mohnkuchen bei Selig.Berlin. Der Teller passt farblich zu meinem Trenchcoat.

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Tapete

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Mohnkuchen

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Motto. Alles bei Café Selig, Berlin

 

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Farbton Winifred

Als ich den korkendicken Katalog der Vie Vinum gesehen habe (rund 600 Aussteller, keine funktionierende Klimaanlage), habe ich ein bisschen FOMO gekriegt und das Gefühl, nicht sommerlich genug angezogen zu sein.

Viel besser, stattdessen zur Renaissance des Appellations im MQ – MuseumsQuartier Wien zu gehen. Da waren es nur ein paar Dutzend Winzer und die auch noch sehr umgänglich.
Am Stand von Gut Oggau hab ich etwas zu heftig gestikuliert – sorry! – aber hey, die Flecke haben farblich zu meinen Schuhen gepasst (Farbton Winifred). Neue Favoriten (Danke an Meinklang für die Tipps): gewagt Katalanisches von Finca Parera, Hausgemachtes aus Langenlois von Konsti & Markus und eine Flasche mit Milliarden Sternen drauf.

Später gab es im HEUER am Karlsplatz Unbekanntes vom Weingut Tenuta Alois Lageder und Clemens Busch zu verkosten, dazu Spargelrisotto, Misolachs und warmer Schokokuchen mit Vanillesahne.

Und dann, irgendwann: Chardonnay von Domaine Labet im MAST Weinbistro.

Und dann, noch irgendwanner: Gute Nacht, Wien.

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Im Sommer sicher schöner

Im Sommer ist es hier wahrscheinlich sehr schön. Für März, hören wir, ungewöhnlich kalt. Macht nichts, denn wir sind ja zum Essen hier! Hier, das ist Šibenik, eine kleine Stadt an Kroatiens Küste. Mit dem Boot geht es von dort auf die Insel Prvic. Es ist weniger David-Foster-Wallace-haft als erwartet.

Die an sich schon recht angenehme Überfahrt wird noch angenehmer gestaltet durch eine Weinprobe (maischevergorener Rieslingsekt!) und den herrlichsten Fisch (Carpaccio aus Dorade und Seebrasse, in Olivenöl marinierte Anchovies mit Kräutern der Insel Prvic, frittierte Sardinenbrötchen), den ich seit langem gegessen habe.

Anschließend gehen wir ein paar bescheidene Meter durch den Krka Nationalpark. Es regnet. Gegen die Kälte gibt es die lokale Spezialität Skradinski Risotto. Weiter geht es zu einem leichten Abendessen bei BIBICh WINE CROATIA. Wenn man es geschickt anstellt, umgeht man die zwei offiziell ausgeschenkten Sorten „Rot“ und „Weiß“ und kommt stattdessen in den Genuss einer Orange Wine Fassprobe.

Genau genommen bin ich sogar noch satt vom Vorabend. Da gab es bei pelegrini,sibenik Kokot, also Fisch, mit Blumenkohl und Blumenkohl und Blumenkohl. Und noch ein paar andere Dinge, die dem Restaurant zurecht einen Michelin Stern eingebracht haben.

Später feinen Wein von Milan Nestarec – Víno z hroznů, nic víc auf dem Boot. An den nächsten beiden Tagen das Foodfestival Chefs‘ STAGE. Ahoi!

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c) Florian Reimann

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Rettet die Hausfrau

Die Hausfrau ist zuletzt etwas in Verruf geraten. Ist das diese Person, die sich zugunsten von Kindern, Mann und Haushalt selbst aufgibt? Die, statt in Konferenzen zu sitzen, Bettwäsche bügelt? Gar aus Langeweile einen Kuchen backt? Zumindest Letzteres mag stimmen, aber wer würde sich beschweren, wenn dabei etwas so Herrliches herauskommt wie diese Espresso-Eistorte? Manche sprechen gar von einer Bombe. Rebecca Firth, Autorin des Blogs The Displaced Housewife, ist übrigens alleinerziehende Mutter, Gartenbesitzerin und Kochbuchautorin. Ziemlich viel für eine, die angeblich zu viel Zeit hat.

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Satt auf Malle

Mallorca, das klang für mich bislang nach Jürgen Drews und Sangria aus dem 5-Eimer-Liter. Qué desastre! Abgesehen davon, dass die Insel wunderschön ist, habe ich lange nicht so guten Wein getrunken. Bei 4 kilos etwa, dessen Flaschen mit den arty Etiketten auf den coolsten Tresen der Welt stehen, oder meine Souvenirs von Eloi Cedos Château Paquita, die mich wieder mal in die schlimme Lage bringen zu entscheiden, zu welchem Anlass man so tolle Flaschen entkorkt. Herrlich auch der salzige Sestalino von Sebastian Kellers Weingut Ses Talaioles.

Auch das Essen hatte natürlich nichts mit Ballermann gemein. Der Mercado Gastronómico San Juan muss sich hinter einer Kreuzberger Markthalle 9 nicht verstecken. In der Vermutería Rosa spült sich Spaniens Nationalgetränk vorzüglich mit Anchovies und Boquerones hinunter. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an das in einem abseits gelegenen Dorf versteckten Brut, das mir kurz vor meiner Abreise von der Redaktion des Feinschmeckers empfohlen wurde. Von Garnelen mit Sherry, Shitake und Katsobushi über Jakobsmuschel mit Quinoa, Zitrone und Haselnuss bis hin zu Süßkartoffel mit Aubergine, Pilzen, Kokos, Cashew, Erde und Erbsennatto war alles so kreativ-köstlich, wie ich es zuletzt bei Nobelhart & Schmutzig erlebt habe. Ganz zu schweigen von der Herzlichkeit, mit der Eduardo Martínez Gil mich und meine Begleitung, blödes Wort, aber ja: verwöhnte.

Ganz so grandios wurde es nicht mehr, aber auch bei Marc Fosh (Kastanien-Tortellini!) und Tomeu (Hummerterrine!) wurde ich nicht nur satt, sondern auch glücklich.

Alles weitere steht im Foodie Magazin.

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Aus: Foodie Magazin 2/2018