Alle Artikel des Monats: Juni 2014

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Kunstgeschichte studieren, Deli eröffnen!

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Alle Geisteswissenschaftler träumen davon, etwas Echtes zu machen. Julia Kutas hat ein Restaurant eröffnet. Die gebürtige Ungarin studierte Kunstgeschichte und schloss ihren Magister mit einer Arbeit über Eat-Art ab. Ihr Hidden Kitchen liegt mitten in Wiens poshem ersten Bezirk, zwischen Institutionen mit klingenden Namen (Café Central, Café Korb, Figlmüler).

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Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung

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Foodie, der: Zeitgenosse, der die Nahrungsaufnahme als Distinktionsmittel benutzt, als Habitus, um sich seiner elaborierten gesellschaftlichen Position zu versichern. Erkennbar am Smartphonegebrauch in Verbindung mit Essen, i.d.R., um dies zu fotografieren.

Unter Umständen rückführbar auf POIDH: „Pics or it didn’t happen“ („Das selbst gemachte Rosmarin-Hähnchen auf toskanischem Brotsalat war ein Traum? Und warum gibt es davon kein Foto?“)

Transitorik, die: Flüchtigkeit, Unbeständigkeit, so was von da. „Foodies halten einen Augenblick fest, der intimer und exklusiver ist als ein Fußballspiel oder ein Konzert und den es so nie wieder geben wird (…): das Einzige, das den Moment überdauern wird.“ (siehe auch: Metzler Lexikon der Theatertheorie)

Lustig, auch: Pictures of Hipsters Taking Pictures of Food; Tipp des Gourmetfotografen der New York Times bei schlechten Lichtverhältnissen im Restaurant: im Kerzenschein mit der Speisekarte Licht auf den Teller reflektieren.

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Mitteschön

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Kaum ein Ort hat eine derart hohe Restaurant-Dichte wie Berlin-Mitte. Um Aufzufallen, ist manchen jedes Mittel recht. Allzu leicht übersieht man die Perlen, insbesondere wenn sie ganz bescheiden auf das Schild verzichten. Das Lokal in der Linienstraße ist eine solche Perle. Seine Einrichtung ist so schön, dass man auf das Draußen-Sitzen selbst an lauen Sommerabenden …

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Frühstück bis zum Abendbrot

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Wenn es so weitergeht, wird die Markthalle Neun bald zum Vierundzwanzigstunden-Betrieb. Nach dem Street Food Thursday und dem Naschmarkt (dessen Adventsausgabe ich besonders ans Herz lege) gibt es jetzt den Breakfast Club. An jedem dritten Sonntag im Monat begeht man hier die erste Mahlzeit des Tages, zu sehr berlinfreundlichen Zeiten von 10 bis 18 Uhr. …

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Biergarten à la Berlin

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Liebe Münchner, wir hier in Berlin haben auch Biergärten. Unsere Interpretation geht so: statt vollbusigen Dirndlträgerinnen stehen tätowierte Girls hinter der Theke, statt Mass gibt es Flaschenbier aus lokaler Produktion. Die schattenspendenden Bäume sind wahrscheinlich keine Kastanien, stattdessen wird der berühmten Berliner Hässlichkeit durch Graffitis in Signalfarben gehuldigt und einer Begrünung, die mehr auf Verwahrlosung, …

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Gute Aussichten!

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Vor kurzem bin ich umgezogen. Nach fünf Jahren Remmidemmi im Simon-Dach-Kiez war der Ortswechsel dringend nötig. Durch Zufall wurde es weder Kreuzberg noch Friedrichshain, sondern Mitte. „Mitte ist Titte“ hat mal einer gesagt.

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Die Küche…

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… und der ausgelagerte Weinkeller.

Und wirklich: plötzlich sind einige meiner Lieblingsorte in Fuß- oder Fahrradnähe, das ist toll. Wenn ihr mich sucht, ich bin Waffeln esssen! Wenn ich doch mal zuhause bin, schaue ich vom Küchenfenster aus auf die Terrasse der Weinbar Rutz, vom Schlafzimmer aus auf Sarah Wieners Speisezimmer. Verlasse ich das Haus, falle ich gewissermaßen in die Melody Nelson Bar oder in das Reingold, eine Institution unter den Speakeasy-Bars. Speakeasy wiederum ist gerade schwer im Kommen. Ich bleibe!

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„Ich bin auch eine, die aus Zeitschriften Rezepte herausreißt“

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In lockerer Folge trifft Hanns-Georg Rodek, Film-Redakteur bei der Welt, berühmte Menschen zum Tischgespräch. Dass Essen die Konversation anregt, ist bekannt. In Frankreich ist Konsens, dass das vorherrschende Thema dabei das Essen selbst ist. Deswegen geht es in dieser Rubrik weniger darum, die Vita des Interviewten durchzukauen (im wahrsten Sinn des Wortes), als übers Essen zu plaudern. Mit Nora von Waldstättten hat Rodek seine Meisterin gefunden. Hauptberuflich ist sie Schauspielerin, nebenberuflich Gourmandise. Seit zwölf Jahren lebt die gebürtige Österreicherin in Berlin, wo sie manche Speise ihres Heimatlandes vermisst (Sachertorte, die echte und die ist wirklich der shit), manche nach langer Suche ausfindig gemacht hat (Salzburger Nockerln, bei der  Nußbaumerin) und für die richtige Zutat mitunter quer durch die Stadt fährt („Wenn Sie wüssten, dass ich eine spezielle grüne Paprika nur am anderen Ende Berlins kriege, dann fahre ich die Stunde dorthin und die Stunde zurück.“). Verständlich, dass ihr das Zeit Magazin eine Kochkolumne einrichtet.

Getafelt wird im Garten des Hotels Savoy, da ist die Stimmung wahrscheinlich ähnlich wie in Wiens erstem Bezirk, weswegen der Interviewer von Waldstätten mit „Habe die Ehre“ begrüßt. Es gibt Kartoffelsuppe mit Trüffelöl, Frühlingsblattsalat mit Pfifferlingen, Filetspitzen an Himbeervinaigrette und Perlhuhnbrust mit Risotto. Ärgerlich lediglich, dass der Kellner den Salat vor die Dame platziert und das Perlhuhn vor den Herrn.

Wir lernen, wie man Gurkensoße zubereitet und welcher Bioladen im Prenzlauer Berg abends noch Rosmarin, Petersilie, Koriander, Knoblauch und Ingwer hat („der, vor dem die große Kuh steht“). Und kriegen wieder ein bisschen Sehnsucht nach Wien.

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Italodisco

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Wiens sympathischste italienische Großfamilie hat Nachwuchs bekommen. Bislang zählte zu dieser Familie der Supermari, ein Supermarkt mit italienischen Importen, das Dolce Mari und Mari (der? die? das?) selbst. Ausnahmsweise empfehle ich nachdrücklich, den Link zur Website zu öffnen, so gekonnt ruft sie diese Bella-Italia-Stimmung ins Bewusstsein, Rimini, Softeis, rot-weiß-gestreifte Markisen, schulterfreie Badeanzüge, ihr wisst, was ich meine. …