Alle Artikel des Monats: Oktober 2014

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Kürbis – Süßes oder Saures?

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Aufgewachsen sind wir in dem Glauben, der Kürbis gehöre zum Herbst. Kinder höhlen ihn aus, um Kerzen in die Fratze zu stecken. Hausfrauen packen ein „Zier“-Präfix davor und dekorieren damit den Eingangsbereich. Teenies begründen so die dämliche Tradition von Halloween. Foodbloggerinnen backen Pumpkin-Peanutbutter-Cookies (glutenfrei). VICE hat wieder was zu meckern. Seit exakt zwei Jahren allerdings …

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Bei Anton gewesen. Gut gegessen

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Hier können die Alten noch was lernen: Regionale Küche, die vergessene Klassiker reanimiert, mit Bioprodukten zubereitet und serviert von einem durchweg jungen Team – das ist das Konzept des Pop-up-Restaurants Anton kocht. Dessen Namensgeber hat mit seinen 22 Jahren schon eine beachtliche Laufbahn hinter sich: Seine Ausbildung absolvierte er im Vau, anschließend arbeitete er bei Tim Raue. Während Anton kocht, kümmert sich sein Vater um die Weine. Rund 170 stehen auf der Karte, alle im offenen Ausschank. Man trinkt deutsch – und fördert so die heimischen Nachwuchswinzer – und man isst deutsch. Auf der Karte, die während des Pop-ups noch mehrfach wechseln wird, stehen täglich heimische Klassiker “neu interpretiert.” Eine durchgekaute Formulierung, hier trifft sie auf schmackhafte Weise zu. Die Zitrone der Forelle “Müllerinnen Art” ist – erhitzt, im Ganzen püriert – zu einem Mousse von enormen Aroma geworden. Der simple Dessert-Klassiker “Kalter Hund“ besteht aus einer feinen Scheibe Keks mit cremig schmelzender weißer Schokolade. Seine dreigängige Menüabfolge stellt sich jeder Gast aus den zwölf bis vierzehn Gerichten selbst zusammen. Auf Wunsch gibt es eine Weinbegleitung dazu. Favorit ist der Gemischte Satz von Krebs Weiss. Unbedingt probieren: die Käseauswahl von Fritz Lloyd Blomeyer. Wenn sie sich so souverän gibt, brauchen wir uns um die junge deutsche Küche keine Sorgen zu machen.

Via Cee Cee

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Statt Apfel

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Kind sein: das Gefühl, in der ersten großen Pause die Tupperdose zu öffnen, gespannt, was Mama eingepackt hat. Ein Gefühl, das sich stressanfällige Erwachsene neuerdings mit Hilfe von Lieferservices in Erinnerung rufen, die ihnen sowohl den Selektionsprozess (was esse ich heute?) als auch die Zubereitung (was heißt dünsten?) abnehmen und obendrein die kindliche Überraschungslust bedienen. …

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Kulinarik auf Schwäbisch – so true

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Harald Martenstein muss man nicht mögen. Er hat eine seltsame Einstellung gegenüber Gender-Fragen und Feminismus und einen recht reaktionären Blick auf das tagespolitische Geschehen. Manchmal hat er allerdings einfach recht. Zum Beispiel mit seinen Beobachtungen der schwäbischen Tischsitten.

„Schwaben, die ihrer angestammten Kultur treu sind, verwenden niemals Salatschüsseln. Der von Soße tropfende Salat wird auf den Teller zu den übrigen Speisen gelegt, zu den Nudeln, dem Gemüse, den Kutteln oder dem Schnitzel, wo sich die Salatsoße mit der Nudel- und der Fleischsoße zu einem bittersüßen Amalgam verbindet.“ Das stimmt. In Schüsseln der Salatschüssel-üblichen Größe wird Müsli gegessen, sonst nichts.

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Nach Rheinhessen gefahren. Wein getrunken

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Oft gehört, nie kapiert: die Lobeshymnen auf unser Heimatland. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? In die Ferne schweifen belastet das Klima (sagt der Bio-Bürger) und den Geldbeutel (sagt der Schwabe). Einig sind sich beide über die herrliche Vielfalt Deutschlands. Klar fallen die meisten Engländer und Spanier erst mal in …