Alle Artikel des Monats: April 2016

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Anarchie mit Gottes Segen

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Für Vice Munchies habe ich Angelo Stäldi, Kaffeeröster und Querulant, in seinem Kreuzberger Kaffeepur getroffen. Es ging auch um Punkmusik:

Man muss noch mal auf Angelos eigenwilliges Außenkonzept zu sprechen kommen: Fünf Reihen Kirchbänke, eigenhändig einem oberbayerischen Gotteshaus entnommen, mit Blick auf den für seine Hässlichkeit verehrten Spreekanal. Wie die Band heißt, die hier Anfang April auftreten wird? „Keine Ahnung“, gesteht Angelo.

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Den Balkon vor lauter Wildkräutern

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Was tut der Gastgeber, wenn auf dem Balkon so viele Grünpflanzen wachsen, dass sich niemand mehr hinsetzen kann? Er serviert seinen stehenden Gästen eine Wildkräuterpolenta. Nach einer eher kritischen Kochbuchrezension stelle ich die Krautkopf-Blogger Susann und Yannic beim Sonntagsessen vor. Und koche ein paar Tage später ihren Spargelsalat mit gerösteten Kichererbsen nach. Schmeckt herrlich und sieht aus wie auf dem Foto.

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Vom Discountersteak, das ein Food Porn sein wollte

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Wie viele Fotos vom Essen anderer Leute kann man schlucken, ohne zu platzen? Kommt ganz darauf an, wer diese Leute sind. Bei Stephen Shore kann ich gar nicht genug bekommen. Der 68-Jährige gehört zu den einflussreichsten Fotografen der Gegenwart, das C/O Berlin widmet ihm gerade eine umfassende Retrospektive. Beim Betrachten der analogen Aufnahmen von schäbigen Motelzimmern, akkuraten Rasenflächen und dem ewig blauen Himmel Kaliforniens will man sofort einen Cadillac mieten und wie Stephen Shore einmal quer durch die USA fahren. Und zwar nicht wegen, sondern trotz seiner Fotos von Schlabberpancakes, Discountersteaks und traurig verschrumpelten Würstchen.

Vierzig Jahre später bespielt Shore natürlich einen Instagramkanal.

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Eine zeitgenössische Form von institutioneller Food-Fotografie zeigte die Gruppenausstellung Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie in den Hamburger Deichtorhallen. Für ihre Abschlussarbeit an der Kölner Kunsthochschule für Medien fotografierte Kyung-Nyu Hyun ein Jahr lang jede Mahlzeit. Analog statt Instagram und demzufolge ohne Farbfilter, was im Ergebnis weniger appetitlich, aber dafür realer aussieht. Das originellste dieser Arbeit ist ihr Titel Pics Or It Didn’t Happen, der mit unserer Marotte spielt, alles Erlebte festhalten zu müssen. Abgesehen davon ist diese Mischung aus Dokumentarfotografie und Food Porn-Zeitdiagnose als künstlerischer Zugriff ein bisschen fad. Bilder von verzehrfertigen Tellern mögen in den Siebzigern revolutionär gewesen sein – mittlerweile haben wir uns daran überfressen.

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