Alle Artikel des Monats: April 2018

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Ramen, Amen

Tokio, 2015: Mein Ehrgeiz war geweckt. Auf der Suche nach der besten Ramen-Bar der Stadt landete ich in einer schummrigen Seitengasse, schließlich vor einem Haus, das nicht einmal bei Google Maps eingezeichnet war. Kein Facebook-Auftritt! Wie so viele Lokale in der Neuneinhalb-Millionenmetropole war auch dieses schmal wie ein Essstäbchen. Natürlich sprach niemand Englisch. Irgendwie schaffte ich es, das Fleischtopping aus meiner Suppe herauszubestellen. Was nichts daran änderte, dass in der Brühe matchateetassengroße Fettaugen schwammen. Ich ließ fast alles stehen. Als ich meiner in Tokio lebenden Freundin davon erzählte, wunderte sie sich nicht. „Ramen bewährte sich nach dem zweiten Weltkrieg als einfaches, sättigendes Essen, vor allem für Leute, die körperliche Arbeit leisten. Sozusagen ein japanisches Fleischkäsebrötchen.“ Ich schämte mich für mein Touristinnen-Sein. Zwei Jahre später soll ich für Zeit Online noch mal losschlürfen. Besonders gut geschmeckt hat es mir in Berlin bei Hako Ramen. Heiß, fettig und mit Sojahack.

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Zwergspitz Milu, quasi Inventar von Hako Ramen, vor einem Japansouvenir

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Knet mich, Baby

Sauerteig ist in aller Munde. Gerade hat Mary Scherpe von Stil in Berlin zum wiederholten Mal den besten gekürt. Ihn selbst herzustellen allerdings ziemlich verflixt. Wie es gehen könnte, verraten die coolen Girls von Baked beim Zeit Online Sonntagsessen. Ganz nebenbei sind sie der Beweis, dass Frauen in derselben Branche sich nicht zwangsläufig anzicken. Female Empowerment, Teigkneten für weibliche Solidarität!

(In Berlin gibt es das beste Sauerteigbrot übrigens bei Sironi und The Bread Station. Und bei der Schwedin Malin Elmlid, die mit ihrem Projekt The Bread Exchange beweist, dass Frauen gerne teilen.)

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Ellbogentief im Schokokuchenteig

… so habe ich die Kochlust Pur Session im Alten Wirt in Grunewald in Erinnerung. Ein halbes Jahr später halte ich das Ergebnis in Form des Kochbuchs „Sinn und Sinnlichkeit“ in der Hand. Danke an Jürgen Schmücking und dem Bio Hotel Team sowie allen Beteiligten für zwei tolle Tage und die Erkenntnis, dass bei Schokokuchen …

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Daddy knows best

Denke ich an meine Kindheit zurück, fallen mir die Butternudeln meines Vaters ein. Mehr al dente als eine italienische Mama gutheißen würde, mit viel geschmolzener Butter und etwas Salz. That’s it. Prerna Singh von Indian Simmer hingegen assoziiert mit ihrem Vater ein Chicken Curry. Noch heute, sagt sie, befreit es sie unverzüglich von allen Sorgen. Kein Wunder, dass ich so verrückt bin nach Butterbrot.

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Osterlamm

Vegane Ostern? Schwer vorstellbar. Wonach sucht man im Garten, wenn nicht nach Eiern? In Frankreich bringt die übrigens nicht der Hase, sondern Glocken mit Hühnerflügeln. Man muss das nicht verstehen. Egal ob Hase oder Huhn: Viele Flexitarier machen zu Ostern eine Ausnahme. Ich nicht. Wenn ich Fleisch essen würde, dann wäre es ein Rezept wie das von Florence Stoiber und ihrem Blog Avocado Banane: Lammkrone mit Bärlauch-Schupfnudeln und Karotten in Nussbutter. Weil ich bin, wie ich bin, gebe ich mich auch mit den Beilagen zufrieden.

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Greencooking

Unternehmen, die eine sauberer Ökobilanz vortäuschen, betreiben Greenwashing. Foodblogger, die sich für den Tierschutz engagieren, Greencooking. Beim Fleischkonsum lässt Janine Hegendorf von Nuts and Blueberries keine Ausrede gelten. Lieber streichelt sie Geparden in Afrika, anstatt sie zu essen. Was bei ihr auf den Teller kommt, steht beim Sonntagsessen.

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Ei ei ei ei ei ei ei ei

Maxi wusste es schon vorher: Eierlikör ist schick. Dafür sorgen nicht zuletzt kleine Manufakturen, in denen blumenschürzentragende Omis Bio-Sahne und eigelbfarbenes Eigelb im Eisenbottich verrühren. Verwendet werden ausschließlich Eier von MDMA-Hühnern. Für die Welt am Sonntag habe ich probiert, wie das schmeckt, in einer Fabrik im wilden Wedding und einem verrauchten „Headquarter“ am Prenzlauer Berg. Leider ist während der Recherche die schönste Flasche von allen kaputtgegangen. Maxi weiß bestimmt, wo es Nachschub gibt.

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Wahrhaft währschhaft

Schweizerisch ist eine kuriose Sprache. „Währschhaft“ zum Beispiel heißt schlicht, solide, sättigend. Das trifft auch auf die Schweizer selbst zu. Ihrer Herkunft entsprechend gibt Ursula Lüthi sich bescheiden. Vieles auf ihrem Blog Einfach essen – der Name ist Programm – wirkt wie das, was man nach einem langen Tag auf der Alm essen will, viel Fett, viel Kohlenhydrate, natürlich Käse. Hoffen wir, dass die Schweiz dem Veganismus gegenüber ähnlich standhaft ist wie der EU-Politik. Ein glutschiges Zeit Online Sonntagsessen.

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Piano, piano, con calma!

Slow Food wurde in Italien erfunden. Niemand weiß das besser als Claudio del Principe, der, das Wortspiel muss sein, ein Mann der Prinzipien ist. Sein Blog Anonyme Köche übrigens einer der Favoriten. Claudios Lammschulter dauert 36 Stunden. Lange genug, um in der Zwischenzeit ein bisschen Italienisch zu lernen. Piano, piano heißt natürlich nicht Klavier, sondern: Immer mit der Ruhe.