Alle Artikel des Monats: Juni 2018

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Rettet die Hausfrau

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Die Hausfrau ist zuletzt etwas in Verruf geraten. Ist das diese Person, die sich zugunsten von Kindern, Mann und Haushalt selbst aufgibt? Die, statt in Konferenzen zu sitzen, Bettwäsche bügelt? Gar aus Langeweile einen Kuchen backt? Zumindest Letzteres mag stimmen, aber wer würde sich beschweren, wenn dabei etwas so Herrliches herauskommt wie diese Espresso-Eistorte? Manche sprechen gar von einer Bombe. Rebecca Firth, Autorin des Blogs The Displaced Housewife, ist übrigens alleinerziehende Mutter, Gartenbesitzerin und Kochbuchautorin. Ziemlich viel für eine, die angeblich zu viel Zeit hat.

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Satt auf Malle

Mallorca, das klang für mich bislang nach Jürgen Drews und Sangria aus dem 5-Eimer-Liter. Qué desastre! Abgesehen davon, dass die Insel wunderschön ist, habe ich lange nicht so guten Wein getrunken. Bei 4 kilos etwa, dessen Flaschen mit den arty Etiketten auf den coolsten Tresen der Welt stehen, oder meine Souvenirs von Eloi Cedos Château Paquita, die mich wieder mal in die schlimme Lage bringen zu entscheiden, zu welchem Anlass man so tolle Flaschen entkorkt. Herrlich auch der salzige Sestalino von Sebastian Kellers Weingut Ses Talaioles.

Auch das Essen hatte natürlich nichts mit Ballermann gemein. Der Mercado Gastronómico San Juan muss sich hinter einer Kreuzberger Markthalle 9 nicht verstecken. In der Vermutería Rosa spült sich Spaniens Nationalgetränk vorzüglich mit Anchovies und Boquerones hinunter. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an das in einem abseits gelegenen Dorf versteckten Brut, das mir kurz vor meiner Abreise von der Redaktion des Feinschmeckers empfohlen wurde. Von Garnelen mit Sherry, Shitake und Katsobushi über Jakobsmuschel mit Quinoa, Zitrone und Haselnuss bis hin zu Süßkartoffel mit Aubergine, Pilzen, Kokos, Cashew, Erde und Erbsennatto war alles so kreativ-köstlich, wie ich es zuletzt bei Nobelhart & Schmutzig erlebt habe. Ganz zu schweigen von der Herzlichkeit, mit der Eduardo Martínez Gil mich und meine Begleitung, blödes Wort, aber ja: verwöhnte.

Ganz so grandios wurde es nicht mehr, aber auch bei Marc Fosh (Kastanien-Tortellini!) und Tomeu (Hummerterrine!) wurde ich nicht nur satt, sondern auch glücklich.

Alles weitere steht im Foodie Magazin.

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Aus: Foodie Magazin 2/2018

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Wir spüren uns mal wieder

Zwei Mal habe ich Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck auf ihrem Weingut im burgenländischen Oggau besucht. Beim ersten Mal war es Winter, wir wärmten uns in der Küche auf, ein Chesapeake Bay Retriever legte seinen Kopf auf meinen Schoß. Mein zweiter Besuch fiel in die Heurigenzeit, dieses Mal saßen wir im wunderschön bewachsenen Innenhof, aßen Joseph Brot und später eine Mehlspeisenetagère. Und tranken jenen ganz und gar ungewöhnlichen Wein, den ich in Berlin bei Standard kennengelernt habe, aber das ist eine andere Geschichte. „Vielen sogenannten Weinkennern würde ich gern sagen: ‚Spürt euch doch mal wieder‘, anstatt nach Restzucker und Säure und sonst was zu fragen“, bekräftigte Stephanie in unserem Gespräch. Wie sehr ich mich gespürt habe auf Gut Oggau, habe ich für die Welt am Sonntag aufgeschrieben.

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