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Biergarten à la Berlin

Liebe Münchner, wir hier in Berlin haben auch Biergärten. Unsere Interpretation geht so: statt vollbusigen Dirndlträgerinnen stehen tätowierte Girls hinter der Theke, statt Mass gibt es Flaschenbier aus lokaler Produktion. Die schattenspendenden Bäume sind wahrscheinlich keine Kastanien, stattdessen wird der berühmten Berliner Hässlichkeit durch Graffitis in Signalfarben gehuldigt und einer Begrünung, die mehr auf Verwahrlosung, denn auf Pflege schließen lässt. Von der Decke der offenen Halle, welche Bar und DJ beherbergt (entspannter Samstagnachmittagstechno) baumelt eine rote Schaukel.

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Statt Kastanien.

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Kommt spielen!

Das Allerbeste aber ist das Essen. Der erwiesenermaßen beste Barbecuelieferant der Stadt mit dem bestgelauntesten Personal ist mit einem Foodtruck vertreten. Anders als in der Markthalle Neun ist das Essen nicht vorzeitig ausverkauft. Aber es kommt noch besser. Vis à vis steht Woop Woop. Seine Gründer Boris und Philipp haben Physik und BWL studiert, bevor sie sich entschieden, die Welt mit etwas Sinnvollerem zu beglücken: Eiscreme, direkt vor den Augen der Kunden zubereitet. Ähnlich dem müßigen Frozen Joghurt-Prinzip stehen ein gutes Dutzend frischer Zutaten zur Auswahl. Allerdings landen diese nicht als Topping auf einer Diätpampe, sondern werden mit Sahne und Milch vermischt und dann mit Stickstoff aufgeschlagen mittels eines Geräts, das große Ähnlichkeit mit einer Nähmaschine hat. Welche Prozesse hier vor sich gehen, erschließt sich mir nicht (Physik in der Mittelstufe abgewählt), aber Hauptsache, das Ergebnis stimmt!

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Gott sei Dank keine Frozen Joghurt Toppings!

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Eine Nähmaschine?

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Da wird also ein ganzer Brownie geschreddert, zusammen mit Walnüssen und Haselnüssen.  Bei der Menge der Zutaten bin ich bescheiden, eine unnötige Vorkehrung, weil die einzelnen Komponenten keineswegs untergehen. Die fertige Eiscreme ist kompakt und unglaublich aromatisch. Wie bei Ben & Jerry’s (das eh nur der Keksteigstücke wegen gekauft wird) bleiben Reste des Ausgangsmaterials erhalten. Unsere zweite Runde besteht aus Himbeere, Krokant und Mohn – eine Kombination, der ich als Fruchteisabstinenzlerin mit Skepsis entgegen sehe, die aber alle Bedenken zerstreut.

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Walnuss, Brownie, Haselnuss

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Himbeere, Mohn, Krokant

Dazu ein der frühen Stunde angemessenes kleines Glas Riesling und München ist ganz weit weg.


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