Alle Artikel veröffentlicht in ‘Berlin Foodie

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Wedding im Wedding

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Dass Hochzeit auf Englisch Wedding heißt, ist natürlich ein schöner Zufall. Dort, in Berlins niemals trendy werdendem Viertel, befindet sich Dilekerei, ein Café mit angeschlossener Backstube, wo herrliche Hochzeitstorten entstehen. Für die FAZ habe ich mit dessen Besitzerin Dilek Topkara über Menemen und Pide gesprochen, über Marzipanblumen und die Unterschiede von Hochzeiten in Berlin und Wien  (im Palais Liechtenstein heiraten sie im Stil Marie Antoinettes, im Wedding im Fabrik-Look). Und was hält Topkara, die lange Zeit nebenberuflich als Fitnesstrainerin arbeitete, vom aktuellen Trend, auf Zucker zu verzichten? „Nichts.“

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Oder einfach alle?

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Liebe Kuchenwerkstatt,

Du machst es mir wirklich nicht leicht. Lockst mich immer wieder in die Stadt zurück, die ich eigentlich verlassen wollte. Bietest mir frech all Deine Lieblinge an, Orientalische Orange, Birne-Mohn, Pistazienmousse, NYC Tiramisu. Eigentlich wollte ich mich jetzt endlich mal auf eine einzige einlassen. Treu sein, treu bleiben. Leider wurde ich wieder schwach. Monogamie wird überbewertet.

Deine Dich liebende Eva

Aus: Cee Cee No 2 – ein neuer Liebesbrief an Berlin

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FOMO, nein danke

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FOMO, die weit verbreitete Fear of missing out, also die Angst, etwas zu verpassen, ist nirgendwo verbreiteter als in Berlin. Was man dort an einem Sonntag alles verpassen kann: Brunchen bei Roamer’s/California Breakfast Slam/ Flohmarkt am Mauerpark/auf dem RAW-Gelände/am Boxi, Waffeln essen bei Kauf Dich glücklich, Abendessen bei Standard Pizza, Tatort schauen in der Volksbar, das Berghain. Statt sich all diesen Menschenaufläufen auszusetzen, kann man auch einfach mal total verrückt zu Hause bleiben. Kein Problem, wenn das Essen so lecker ist wie bei Julia und Isa, deren zauberhaften Blog Zucker & Jagdwurst ich beim Sonntagsessen vorstelle. Sonntags ist die Berghain-Schlange eh zu lang und Montag auch noch ein Tag.

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Eitrige – Liebe ist, wenn man es trotzdem isst

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Wien ohne Würstlbude ist wie Berlin ohne Currywurst. Am U-Bahnhof Eberswalder Straße bringt der Mutzenbacher-Imbiss seit letztem September ein Stück österreichische Esskultur in die Hauptstadt. Bereits seit 2012 betreiben Franz Steiner und Marcel Schnabel das gleichnamige Restaurant in Friedrichshain, von ihrer Street Food-Credibility kann man sich unter anderem auf dem Village Market in der Neuen Heimat überzeugen. Logischer nächster Schritt ist eine Würstlbude – stilecht ohne -e. Am Wiener Gürtel sind diese Buden Institutionen des Nachtlebens, weswegen auch der Mutzenbacher-Imbiss bis Mitternacht geöffnet hat. Je später der Abend, desto besser schmeckt die Käsekrainer – der Österreicher sagt „Eitrige“ dazu – eine knackige Wurst mit flüssigen Käsestückchen oder die Landjäger, eine getrocknete, haltbare Wurst und somit idealer Proviant für die kommende Nacht. Das Fleisch kommt direkt aus Franz’ Heimatdorf in Kitzbühel. Echte Prenzlauerberger greifen beim veganen Alpenburger zu oder bei den von den Piefkes zu unrecht verschmähten Mannerschnitten. Für spontane Feierlichkeiten hält der Imbiss Champagner bereit, eine Marotte, die man von Berlin-Touristen kennt, die Perlwein in Kombination mit Currywurst für eine Delikatesse halten. Dann doch lieber eine Bosna, eine Bratwurst, serviert mit Estagonsenf, Petersilie, Zwiebeln, Ketchup – und Currypulver.

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Die zukünftige Arbeitslosigkeit der Pizzaboten

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Bald ist der Beruf des Pizzaboten ausgestorben und die DHL muss neue Arbeiter rekrutieren, um all die Fresspakete, sorry Kochboxen an all die Berufstätigen auszuliefern, die keine Zeit zum Einkaufen, aber große Lust auf Kochen haben. Diesen Eindruck erwecken zumindest die wie aus dem Boden sprießenden Kochbox-Startups. Nach Fresh Parsnip und Kuchimi ist Marley Spoon …

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Anleitung zum Vegetarier sein

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Obwohl ich in dieser Woche sicher zwanzig Stunden im Theater verbracht habe, bleibt dieser Abend in Erinnerung. Bei „Welcome to Germany“, einer Arbeit des Performancekollektivs Monster Truck, sitzt das Publikum an Biertischen auf einer kreisförmigen Bühne, eingefasst von einem zünftigen Bayern-Panorama. Wer schon mal auf der Wiesn war, wähnt sich in München. Zwei stramme Burschen in Lederhosen knallen jedem Zuschauer eine Wurst auf den Tisch. Ich sage „Nein danke, ich essen kein Fleisch“, die Wurst bleibt stehen.

Dann wird es dunkel und eine Frau im Hygieneanzug betritt die Szene. Von der Decke senkt sich ein Fleischerhaken herab, daran baumelt ein totes Ferkel. In den folgenden zwanzig Minuten zerlegt die Frau dieses Schwein mit kalter Präzision; „fachmännisch“ lautet die Vermutung von jemandem, der noch kein Schlachthaus von innen gesehen hat. Währenddessen, und das ist natürlich ein herrlich physischer Theatermoment, stinkt die Wurst auf dem Pappdeckel vor sich hin.

Für Leipziger Intendanten reicht so eine Sauerei, um ein Stück nicht zur Aufführung zu bringen, Berliner, die im Theater eben noch brennende Briefe gesehen und Kalkbrenner gehört haben, bleiben gefasst.

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Lieber die Wurst auf dem Teller…

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… als das Schwein auf der Bühne?