Alle Artikel veröffentlicht in ‘Lieblinge

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Die allergeilste Rote Bete

… gibt es bei Wenzel Pankratz. Ein Geheimtipp ist dessen Forsthaus Strelitz inzwischen nicht mehr, aber unbedingt eine Reise wert. Für die FAZ hab ich mit ihm über die Vorzüge seines selbstangebauten Gemüses gesprochen und warum er trotzdem im Großmarkt einkauft, über seine extrem coole Zeit in der Berliner Sternegastronomie und warum er über offenem Feuer kocht – „weil es billiger ist.“

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Hallo!

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Auch der Honig wird selbst produziert

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Karotte, Porree, Schafsquark

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Huberts Einmaleins

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So schön kann das Berliner Umland sein

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Die perfekte Welle

Fangfrischer Fisch in Berlin-Mitte? Ach, egal. Auch ich surfe mit auf der aktuellen Welle und esse Poke Bowls, sooft es geht. Zum Beispiel bei L.A. Poke, dessen Einrichtung aussieht wie ein Gemälde von David Hockney. Für Zeit Online habe ich aufgeschrieben, warum die Bowls perfekt in unsere Gesellschaft der Singularitäten passen, der Akzent auf dem -e falsch ist und sich manche Hawaiianer von Hipster-Toppings beleidigt fühlen.

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Er kommt, er kommt, er kommt…

… nicht. Auch nicht im Jahr 2018, obwohl es so viele Menschen schon so oft prognostiziert haben. Ist auch egal, so lange es im Wedding Perlen gibt wie Dilekerei, das zauberhafteste Café mit angeschlossener Tortenmanufaktur nördlich von Mitte (das Adjektiv „zauberhaft“ nutze ich nur in Ausnahmefällen). Spezialisiert ist dessen Betreiberin Dilek Topkara, die ich bei Cee Cee vorstelle, auf Hochzeitstorten. Eigentlich müsste man schon allein deswegen heiraten, um eines dieser personalisierten Kunstwerke bestellen zu können. Eigentlich.

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Der tolle Florian Reimann macht Fotos von der tollen Dilek Topkara.

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Wedding im Wedding

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Hueregueter Chäs

Alle Schweizer sind Punks, jedenfalls alle, die ich kennengelernt habe. Angelo Stäldi etwa, mit dem ich für Vice Munchies auf einer Kirchenbank über Milchschaumverbote und Innereien im Kühlschrank gesprochen habe. Ebenso Andrzej Koch, der in der Wollzeile den kleinsten Käseladen Wiens betreibt. Jetzt hat Der Schweizer Konkurrenz bekommen von Jumi, einem mit Schweizer Perfektion und Schweizer Punkattitüde eingerichteten Shop im achten Bezirk. Neben Kuhglocken, einem riesigen Metallbottich und fantastischen Käsen in Form von Gehirnen gibt es dort Käsehobel, schwarze Nüsse (Hallo, Trend!) und Weine des Collectif anonyme. Einer von Jumis Bestsellern heißt AGAB, was für All Goats are beautiful steht. Was es damit auf sich hat, habe ich für die FAZ Woche aufgeschrieben. Huereguet drückt auf Schwyzerdütsch übrigens Wohlgefallen aus.

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Oder einfach alle?

Liebe Kuchenwerkstatt,

Du machst es mir wirklich nicht leicht. Lockst mich immer wieder in die Stadt zurück, die ich eigentlich verlassen wollte. Bietest mir frech all Deine Lieblinge an, Orientalische Orange, Birne-Mohn, Pistazienmousse, NYC Tiramisu. Eigentlich wollte ich mich jetzt endlich mal auf eine einzige einlassen. Treu sein, treu bleiben. Leider wurde ich wieder schwach. Monogamie wird überbewertet.

Deine Dich liebende Eva

Aus: Cee Cee No 2 – ein neuer Liebesbrief an Berlin

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Liebe Maria

Letztes Jahr ist meine Großmutter gestorben. Beim Sortieren ihres Nachlasses fanden wir ein Bündel Liebesbriefe .

„Es wird dir ja auch gehen wie mir, dass du dich einsam fühlst. Es waren doch herrliche Tage und schöne Abende, wenn ich bei dir sein konnte.“

Der unbekannte Verehrer war ziemlich hartnäckig, trotzdem hat sich die damals neunzehnjährige Maria für einen anderen entschieden.

„Ich habe dir in letzter Zeit wenig oder bereits gar nicht mehr geschrieben aus dem einen Grunde, weil ich spüre, dass es noch nicht die richtige Liebe ist. Ich kann nicht anders als tun, wozu mich mein Herz drängt.“

Abgesehen von diesen Briefen und so unromantischen Dokumenten wie Kontoauszügen und Todesanzeigen umfasst Marias Nachlass auch die losen Seiten eines knapp hundert Jahre alten Backbuchs von Dr. Oetker. Eines der Plätzchenrezepte habe ich für Zeit Online abgetippt.

Ich stelle mir vor, wie meine Nachkommen sich später mal durch meine Rezeptsammlung wühlen. Bis auf wenige Ausnahmen ist sie digital, in Form von Foodbloglinks, iPhone-Notizen und Wunderlisten. Das macht es einfacher, aber auch weniger magisch. So, als vergleiche man Tinder-Chatverläufe mit Omas handgeschriebenen Liebesbriefen.

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Abgewartet. Tee getrunken 

Letzten Dezember habe ich beim Winewichteln mitgemacht. Ausgedacht hat sich das Paul von Wine Adventures. Super Idee: Statt Schrott wird Trinkbares verschenkt. Mein Wichtel bekam eine Flasche des wenige Tage zuvor wiederentdeckten und bei meinem Perlen-Dinner servierten St. Laurent von Zantho. Ein komplizierter Burgenländer, jedenfalls komplizierter als das, was sonst so an Rotem in meinem …

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Eine Nase Dorfkindheit

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In der Menüabfolge heißt es schlicht: Muskatkürbis, Roberto Vena

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Hier liegt Stroh! Aufgenommen in der Schaukäserei „Wilder Kaiser“ in Tirol

Wie lange kann ich mit geschlossenen Augen an einer Tasse riechen? So lange, bis der Koch besorgt nachfragt, ob alles in Ordnung sei. So lange, bis ich weiß, woran mich der Duft erinnert. An frisch gemähtes Gras, das zu Heu wird, an Stall, Blumen, deren Namen mir niemand beigebracht hat, an meine Kindheit auf dem Dorf, an einen Morgen in den Sommerferien, wenn der Tau noch in den Wiesen hängt und man es kaum erwarten kann, rauszugehen,  an den bunt bemalten Bauwagen am Waldrand, an schwüle Nachmittage mit Minimilk-Eis von der Dorfbäckerei, an heimliche Ausflüge zum Hochhausspielplatz, der außerhalb des erlaubten Radius lag, an nackte Knöchel in Bachwasser, Mückenstiche und Stroh in den Kleidern und ein bisschen auch an Kamillentee und flüssige Butter. Getrunken im Nobelhart & Schmutzig.

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Ein Essen? Ein Ereignis

Ein Freitag Abend in Shibuya. Überall sieht man zum „V“ geformte Hände, denn sobald eine Kamera in der Nähe ist, machen Japaner das Victory-Zeichen: Naturgesetz. Aus allen Richtungen tönt es 可愛い, kawaii, zu deutsch „süß“. Kawaii ist die Lieblingsvokabel der japanischen Frau, ganz gleich welchen Alters: Klischee, aber wahr. Auch sonst ist Shibuya genau so, wie …

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So schmeckt Bali

Abgesehen von einer bis ins kleinste Detail ausgefuchsten Strandgarderobe, habe ich auf die „Insel der Götter“ vor allem eines mitgebracht: großen Hunger. Vorerst trennt mich vom Paradies jedoch ein Siebzehn-Stunden-Flug exklusive Zwischenstopp. Manche Fluggesellschaften geben dem Passagier ja das Gefühl, mehr Belastung zu sein als Freude. Zwangsläufig wirkt sich das auf die Verpflegung an Bord …

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Lieber vier Bananen im Kuchen als eine auf dem Teller

imageBesser als eine reife Banane zum Nachtisch sind ganz viele reife Bananen im wahrscheinlich besten veganen Kuchen der Welt.

Su’s veganer Schoko-Bananenkuchen

250 Gramm Mehl

2 Teelöffel Backpulver

250 Gramm Zucker

2 Teelöffel Vanillezucker

200 Gramm gemahlene Mandeln

400 Gramm Zartbitterschokolade, gehackt

250 Margarine

4 sehr reife Bananen

Alle Zutaten mischen. Bei 220 ° C 25 Minuten backen.

(Gott, war das einfach)

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Wieder was geschafft: ein neuer Lieblingsitaliener in Kreuzberg

Die Suche nach dem neuen Lieblingsitaliener ist für 2015 bereits erfolgreich abgeschlossen – ich habe das Maselli entdeckt. Inhaber Signore Maselli stammt aus Bari, jener Stadt tief im Süden, an Italiens Stiefelabsatz. Von dort hat er apulische Spezialitäten wie den Street Food-Snack “Bombette” mitgebracht – kleine, gefüllte Rindsrouladen. Schon die Antipasti sind so herrlich, dass danach eigentlich kein Platz mehr im Bauch ist: Sauerbohnenpüree mit Olivenöl, Thunfisch-Carpaccio, Auberginenauflauf. Die Burrata gehört zu den besten, die ich je gegessen habe. Weiter geht es mit Pasta: mit weißen Bohnen, Löwenzahn und fermentiertem Ricotta oder Schweinefleischröllchen. Als Secondi gibt es jenen Pulpo, der als Logo die Wand ziert. Fisch und Meerestiere sind nur erhältlich, wenn deren absolute Frische garantiert ist. Ein Muss ist auch die Salsiccia, eine grobe Bratwurst mit Fenchelaroma. Getrunken werden fast ausschließlich apulische Weine; alle vier offenen Roten offenbaren pures Glück. Als Dolci gibt’s den Klassiker Tiramisú und ein Gläschen Limoncello. Letzteres mit dem Chef persönlich, wie es sich eben gehört für einen Abend beim Lieblingsitaliener.

Via Cee Cee.

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Statt Kaffeehaus (Kaffee mit langem -e) – Third Wave Coffee in Wien

Nach Wien kam ich im unerschütterlichen Glauben an die Kaffeehauskultur. Gewiss säßen dort alle den ganzen Tag in hallenartigen Räumen, ließen sich von Kellnern im Frack anmotzen und rührten in ihrem winzigen Einspänner. Die Erfahrung zeigte, dass es solche mondänen Häuser noch gibt, wo Thomas Bernhards Geist weht und ältere Herrschaften über den Sittenverfall schimpfen. …

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Lucky girl

… und noch eine coole Frau auf cooler Mission. Missy-Magazine-Co-Chefredakteurin Chris Köver ist unterwegs in New York. Ihr Plan: 62 Tage lang mit den interessantesten Frauen an den interessantesten Orten essen zu gehen. Es gibt unangenehmere Aufgaben im Leben einer Journalistin. Ob die Fette Sau wohl auch dabei sein wird? Mit dabei sind jedenfalls zwei Ladies, die Eiscreme zwischen selbst gemachte Sandwiches pressen (super Idee, nicht ganz neu) und das Café, in dem unser Lieblings-Serien-Girl Lena Dunham hinterm Tresen steht. Denn dass bei all dem Schmausen die feministische Message nicht zu kurz kommt, dürfte klar sein. Von Berlin aus liebe Grüße: Enjoy!

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Was die Hitze mit unserem Essen machte

Wenn der Sommer sich Anfang September noch einmal blicken lässt (um sich dann in die – was? – Sommerpause zu verabschieden?), fällt der Abschied umso schwerer. Mit ihm geht die Leichtigkeit, der Schlendrian und der ein oder andere Eisverkäufer. Es soll einer Bauernregel-kundigen alten Dame zufolge ein milder Winter werden (wenig Nüsse!). Hoffentlich hat sie recht. Bis dahin zehren wir von unseren Erinnerungen.

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Über Bum Bum und andere, die Kindheit ruinierenden Eissorten

„Wer in den achtziger Jahren in Italien aufgewachsen ist, saß hinten im Auto nie angeschnallt, hat seine Eltern noch vom Münztelefon (‚a gettone‚) aus angerufen und wenigstens einmal ein Schlumpf-Eis gegessen, ein eher verstörendes Erlebnis. Fast zwanzig Jahre lang hat das tief türkisfarbene Eis die Theken der italienischen Eisdielen ruiniert, was vor allem uns Römer …

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„Wie in Wien, dachte ich mir“

„Ich ließ mir eine Flasche Chardonnay Steinhof Reserve 2012 von Wieninger kommen, 2012 war in Wien ein denkwürdiges Jahr gewesen, die Weine zeigten Rohseide, Zahngold, Handschuhleder, einen Dialog von Knochen und gebackenem Pfirsich, der von kristalliner Mineralität moderiert wurde (…). Wie in Wien, dachte ich mir, wo man für den Preis eines Bieres im Kaffeehaus den ganzen Tag lang sitzen kann, nachdenken, alle Zeitungen lesen, kann man hier für ein paar hundert Dollar über einem Teller Knödel mit Kaviar vom artengeschützten Traunseestör Platz nehmen, unter einem großformatigen Bernhardporträt von El Schnabuloso, das Bernhard frierend zeigt, in der Nacht, im Winter, an einem spanischen Strand, in einem Trenchcoat mit Naturhornknöpfen, mit schwarzen Adern an den Schläfen, im Licht einer letzten Straßenlaterne.“

Aus dem ganz wunderbaren Roman „Die Murau Identität“ von Alexander Schimmelbusch.

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Herz aus Eis

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Mohn küsst Marsala!

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Liebe.

Alle Eisverkäufer behaupten ihre Liebe zum Produkt, schon klar. Bei Cuore Di Veto spürt man sie wirklich. Deren Betreiber Angelika Kaswalder und Guido Dorigo stammen aus Italien, die Krise hat sie nach Berlin geführt. Dem Eisgott sei Dank! Das Herzstück des Cuore Di Veto (zu Deutsch: Herz aus Glas) ist die gläserne Küche, in der so fantastische Sorten wie Käsekuchen und Pampelmuse-Basilikum-Minze entstehen. Mohn küsst Marsala! Kurz bevor sie ihren Laden eröffneten, haben Kaswalder und Dorigo übrigens geheiratet. Love is in the air.

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Statt IKEA

Aus reiner Gewohnheit ist die erste Anlaufstation nach einem Umzug IKEA. Schade! Statt Allerweltsartikel mit schwedischen Namen zu erstehen, könnte man bei Küchenliebe vorbeischauen.