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Satt auf Malle

Mallorca, das klang für mich bislang nach Jürgen Drews und Sangria aus dem 5-Eimer-Liter. Qué desastre! Abgesehen davon, dass die Insel wunderschön ist, habe ich lange nicht so guten Wein getrunken. Bei 4 kilos etwa, dessen Flaschen mit den arty Etiketten auf den coolsten Tresen der Welt stehen, oder meine Souvenirs von Eloi Cedos Château Paquita, die mich wieder mal in die schlimme Lage bringen zu entscheiden, zu welchem Anlass man so tolle Flaschen entkorkt. Herrlich auch der salzige Sestalino von Sebastian Kellers Weingut Ses Talaioles.

Auch das Essen hatte natürlich nichts mit Ballermann gemein. Der Mercado Gastronómico San Juan muss sich hinter einer Kreuzberger Markthalle 9 nicht verstecken. In der Vermutería Rosa spült sich Spaniens Nationalgetränk vorzüglich mit Anchovies und Boquerones hinunter. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an das in einem abseits gelegenen Dorf versteckten Brut, das mir kurz vor meiner Abreise von der Redaktion des Feinschmeckers empfohlen wurde. Von Garnelen mit Sherry, Shitake und Katsobushi über Jakobsmuschel mit Quinoa, Zitrone und Haselnuss bis hin zu Süßkartoffel mit Aubergine, Pilzen, Kokos, Cashew, Erde und Erbsennatto war alles so kreativ-köstlich, wie ich es zuletzt bei Nobelhart & Schmutzig erlebt habe. Ganz zu schweigen von der Herzlichkeit, mit der Eduardo Martínez Gil mich und meine Begleitung, blödes Wort, aber ja: verwöhnte.

Ganz so grandios wurde es nicht mehr, aber auch bei Marc Fosh (Kastanien-Tortellini!) und Tomeu (Hummerterrine!) wurde ich nicht nur satt, sondern auch glücklich.

Alles weitere steht im Foodie Magazin.

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Aus: Foodie Magazin 2/2018

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Endlich mal ein guter Inder

Klar kann man in Berlin zu Chutnify gehen. Oder in eines der vielen indischen Restaurants in London, von denen ich keines kenne. Oder halt nach Indien. Oder nach Bangkok zu Gaggan Anand. Um Authentizität geht es nicht bei dessen Dreißig-Gänge-Menü. Die hatte ich dafür bei  Thomas und Mathias Sühring, die wunderbare Gastgeber sind und echte Berliner. So kam es, dass ich in Thailands Hauptstadt die erste Curry-36-Tofuwurst meines Lebens gegessen habe. Wie das war, habe ich für Traffic News To Go aufgeschrieben.

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So schmeckt Prag

Nachdem ich im Juni innerhalb weniger Tage den halben Balkan verkostet habe, zieht es mich Ende Juli in die tschechische Hauptstadt. Von der Idee, mich an Hauptgerichten satt zu essen, rücke ich schnell ab, denn ohne Fleisch geht es hier kaum. Lediglich ein Mal esse ich Nakládaný hermelín, eine Art eingelegter Camembert mit Zwiebeln und Essig, im …

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Snackbare Souvenirs

Nach zwei Wochen Japan stellt sich die Frage: Was fängt man mit sieben Kilo Untergewicht im Koffer an? Dasselbe, was bei minus sieben Körperkilo zu tun ist: mit Essen füllen. Folglich ist der letzte Tag meines Urlaubs für den Hamstereinkauf reserviert. Netterweise begleitet mich meine Gastgeberin, denn allein hätte ich nicht gewusst, was ich in …

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Totally Zen

Nach Kyoto kam ich ohne Plan. Im doppelten Sinn: Ohne Stadtplan und ohne Liste mit Sehenswürdigkeiten. Davon hatte ich in Tokio mehr als genug. Ich fühlte mich wie sie: The silence of traveling alone in a country with a significant language barrier took me by surprise. I’m an avid traveller, generally preferring to go it alone, …

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Ein Essen? Ein Ereignis

Ein Freitag Abend in Shibuya. Überall sieht man zum „V“ geformte Hände, denn sobald eine Kamera in der Nähe ist, machen Japaner das Victory-Zeichen: Naturgesetz. Aus allen Richtungen tönt es 可愛い, kawaii, zu deutsch „süß“. Kawaii ist die Lieblingsvokabel der japanischen Frau, ganz gleich welchen Alters: Klischee, aber wahr. Auch sonst ist Shibuya genau so, wie …

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日本の味(です)

Japan heißt Zen auf dem Teller, Umami auf der Zunge und ein niemals endender Fotostream. Ein Paradies der hochwertigen Produkte, differenzierten Aromen, technischen Raffinesse und vollkommenen Ästhetik. Denkt sich der Japanreisende, bevor er dort war.