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Immer Ärger mit der Dialektik

Leben ist Widerspruch. Zum Frühstück gibt es kaltgepressten Rote-Bete-Saft, nachmittags Kaffee mit Sojamilch, auf Fleisch wird verzichtet. Montag abends steht Yoga auf dem Plan, Mittwoch Pilates, Meditation zwischendurch. Zum Wochenende hin fällt die ganze Konstruktion eines ganzheitlich-bewussten Lebensstils in sich zusammen wie ein Kartenhaus, dann werden aus acht Stunden Schlaf zwei und aus grünem Tee Gin mit Grüntee-Infusion. Adorno nannte das Dialektik, heutzutage heißt das Detox-Retox.

Detox ist, neben hand-crafted und bio, des Foodies neue Lieblingsvokabel. Um den Körper zu entgiften, steigt er auf vegane Ernährung um, aktiviert das Immunsystem mit Chia-Samen und vermeidet unnötigerweise Gluten. Unnötig ist einiges an der Vorstellung von Nahrung, die aus Genuss Effizienz macht. Was nicht heißt, dass das, was als Detox gelabelt wird, nicht schmeckt. So wie dieser Salat, der eigentlich ein Hauptgericht ist, eher zufällig vegan und nach Belieben um alles erweitert werden kann, wonach einem der Sinn steht.

Zutaten für zwei Personen

1 Avocado
5 braune Champignons
2 Handvoll Babyspinat
2 Karotten
150 Gramm Quinoa
2 Handvoll Nüsse
40 Gramm Kokosraspeln
Ein halber Bund Koriander

Für das Dressing

50 Gramm Tahini
Nach Belieben: 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 Teelöffel Ahornsirup Saft und Abrieb einer halben Zitrone
1 1/2 Esslöffel Sesamöl
Meersalz
Wasser zum Verdünnen

Alle Zutaten in mundgerechte Stücke schneiden, den Knoblauch zerdrücken. Den Quinoa in leicht gesalzenem Wasser gar kochen. Die Kokosraspeln ohne Fett in einer Pfanne rösten, anschließend die klein gehackten Nüsse ebenfalls rösten. Alles zusammen mit den gezupften Korianderblättern auf einen Teller geben. Für das Dressing alle Zutaten mischen und so viel lauwarmes Wasser zugeben, bis eine sämige, nicht zu dickflüssige Sauce entsteht.

Auffallend viele Rezepte dieser Art finden sich gerade als „Detox Bowls“ auf Foodblogs und als „Healthy Lunch“ auf den Speisekarten sogenannter Hipster-Restaurants. Meist sind die einzelnen Zutaten zu dekorativen Häufchen angeordnet. Wenn das Foto gemacht ist, darf man alles durcheinandermanschen. Dazu passt ein Glas feinherber Weißwein – damit sich das Entgiften auch lohnt.

via Zeit Magazin Online

1 Kommentar

  1. Toll, dass ich mich auf solch ein Rezept aufgestoßen habe. Vor ein paar Jahren habe ich für mich Quinoa, diese südamerikanische Pflanze entdeckt. Ich war wirklich erstaunt, wie nützlich sie ist. Quinoa ist vielleicht eine der besten pflanzlichen Eiweissquellen auf der Welt. Sie ist glutenfrei, vitaminreich und enthält alle neun essentiellen Aminosäuren, was für ein pflanzliches Lebensmittel äußerst ungewöhnlich ist. Ich empfehle jedem, der sich um eigene Gesundheit kümmert, dieses leckere Inka-Korn auszuprobieren.

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