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Kunstgeschichte studieren, Deli eröffnen!

Alle Geisteswissenschaftler träumen davon, etwas Echtes zu machen. Julia Kutas hat ein Restaurant eröffnet. Die gebürtige Ungarin studierte Kunstgeschichte und schloss ihren Magister mit einer Arbeit über Eat-Art ab. Ihr Hidden Kitchen liegt mitten in Wiens poshem ersten Bezirk, zwischen Institutionen mit klingenden Namen (Café Central, Café Korb, Figlmüler).

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Mein Besuch im Hidden Kitchen fällt auf einen Dienstag, Vor zwölf Uhr ist die Lage überschaubar, die junge Frau hinter der Theke hat genug Zeit, meinen wie immer ausführlichen Fragenkatalog abzuarbeiten. Mit den österreichischen Küchenvokabeln kenne ich mich mittlerweile ja recht gut aus. Melanzani = Aubergine, Karfiol = Blumenkohl. Ich weiß sogar, was ein Scherzl ist.

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Wer zu spät kommt…

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Sieht nach Selbstgemachtem aus, entspricht aber dem typischen Spätisortiment.

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Die Wiener sind ein ordentliches Volk. Schlag zwölf Uhr gibt sich die arbeitende Bevölkerung die Klinke in die Hand. Zeitweise reicht die Schlange bis hinaus auf die Straße. Das passt zu meinem Foursquare-Halbwissen, wonach hier am frühen Nachmittag alles leergekauft ist. Das passt aber auch zu den Öffnungszeiten, denn nach 16 Uhr bleibt die Küche kalt.

Die Salate wechseln wöchentlich, bei den Quiches rühmt sich das Hidden Kitchen damit, noch nie zwei Mal die selbe gebacken zu haben. Ich entscheide mich für die (dann wohl einmalige) Tagesquiche „Süßkartoffeln, Ziegenkäse und Spinat“ und eine Salatauswahl bestehend aus „Zucchini Salat mit getrockneten Tomaten, Basilikum & Pignoli“, „Hörnchen mit grünem Spargel, Äpfeln, Schnittlauch, Parmesan & Pumpernickelcrumbs“, „Rucola mit Polentacroutons, getrocknete Tomaten & Mandel-Oliventapenade“ und „Babykartoffeln mit Marillensenf & frischem Estragon.“

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Deli-untypisch stehen alkoholische Getränke im Kühlschrank, deren Namen „Krahu“ und „Rotschopf“ wie ein Grimm’sches Märchen klingen.  Das Goldkelchen haben wir ja bereits zwitschern gehört. Da aber die 18-Uhr-Regel gilt, probiere ich die Rose Lemonade von Fentimans, schon der wunderbaren Flasche wegen (die sich gut als Blumenvase machen wird).
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Vorher…

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… nachher

Erst beim Rausgehen entdecke ich an der Außenfassade des Hidden Kitchen das Schild mit der Inschrift „Mag. (steht für Magistrat) Julia Kustas.“ In Deutschland käme keiner auf die Idee, mit seinem Uniabschluss hausieren zu gehen, selbst der Doktor ist ja irgendwie verpönt. In Wien ist das ganz normal. Und erinnert daran, was man mit einem Kunstgeschichtsstudium so alles anfangen kann.

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1 Kommentar

  1. oh, gefällt mir. war schon lang nicht mehr dort.
    aber die genannten institutionen sind eher nur für tourist_innen.
    dann schon eher kleines cafe, alt wien, cafe prückel oder wrenkh z.b.
    und natürlich gibts auch tolles in den umliegenden bezirken 😉

    lg aus wien
    bene

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