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It’s a pie world

Go hard or go home, so lautet das Motto von Erin Clarkson. Was nicht recht passen will zu den mädchenhaften Verzierungen ihrer Kuchen. Vor allem bei Pies tobt sich die Neuseeländerin so richtig aus, wie das Sonntagsessen von Cloudy Kitchen mit seinen Blumen, Blättern und Gittermustern beweist.

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Ritz Bitch

Teneriffa wird auch die Insel des ewigen Frühlings genannt. Hätte ich das gewusst, hätte ich vor meinem Besuch im The Ritz-Carlton, Abama noch weniger Sommerkleidchen eingepackt, dann wäre noch mehr Platz im Koffer gewesen für Olivenöl und regionale Weine. Favorit der Verkostung bei Martin Berasategui – MB am Samstag war das Weingut Bodega Juan Matías Torres, das teilweise nur 1500 Flaschen pro Jahrgang herstellt. Delicioso war auch der Trenzado von Suertes Del Marqués.

Später am Abend haben wir im selben Restaurant über einen Zeitraum von fünf Stunden viele, viele Gänge gegessen. Besonders beeindruckt hat mich als Brotliebhaberin die große Auswahl an hausgemachten Sorten und die Palette mit Aufstrichen und Butterselektionen. Und das Ananasdessert, dabei mag ich gar keine Ananas.

Ebenso erging es mir am Abend zuvor bei Txoko Martin Berasategui mit dem herrlichen Ananas-Rahm-Parfait-Cookiebrösel-Ding.

Am Sonntag stand dann ein Paellakurs im Restaurant El Mirador auf dem Programm, der ehrlicherweise für mich aus Zuschauen und Cava-Trinken bestand. Das Ergebnis war muy bien. Kitchenhack: Die fertige Paella bei 200 Grad für neun bis zehn Minuten in den Ofen stellen.

Zwischen den Mahlzeiten wurde ich im hauseigenen Spa (Nacktschwimmen verboten!) mit Bananenpeeling gepeelt.


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Die Sprache des Körpers

Daun kaduk, bunga kantan und daun kesum? Nie gehört. Es handelt sich um Zutaten für einen malaysischen Kräutersalat. Das Rezept stammt vom Blog Vermilion Roots, den Christine Leong Knight nach ihrem Umzug in die USA aus Heimweh begonnen hat. Grundsätzlich ist die 38-Jährige der Meinung, man solle bei der Ernährung auf seinen Körper hören. Heißt jetzt „Intuitives Essen“ und ist, neben Intervallfasten, ein neuer Trend, was lustig ist, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um eine grundlegende menschliche Funktion handelt. Bekannterweise vertragen sich Rationalität und Trends eher selten.

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Tonka, Tonka, Bumm, Bumm

Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Tonkabohnen-Crème-Brûlée im, man glaubt es kaum, Gasthaus Linde. Schwäbische Avantgarde! Inzwischen ist die vanilleähnliche Zutat überall, im Eis, im Joghurt, sogar, wie kürzlich in Prag, in der Sauce Hollandaise. Und in dieser Erdbeertarte, die sich Jasmin Ralbofski ausgedacht hat. Ich persönlich kann Hirseschmarren mit Tonkabohne und Nüssen als Frühstück sehr empfehlen. Auch weil anschließend die ganze Küche danach duftet.

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Erwachsen sein ist super

Eis zum Frühstück, weil Erwachsene alles dürfen und Sommer ist in Berlin. Zum Eis gibt es Erdbeerkompott und Pancakes und auf dem Bürgersteig vor Cafe Bondi sind sogar zwei Sonnenplätze frei.

Später ein Spaziergang durch Neukölln, ein Eiskaffee ohne Eis bei PIG & TIGER und Mohnkuchen bei Selig.Berlin. Der Teller passt farblich zu meinem Trenchcoat.

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Tapete

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Mohnkuchen

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Motto. Alles bei Café Selig, Berlin

 

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Farbton Winifred

Als ich den korkendicken Katalog der Vie Vinum gesehen habe (rund 600 Aussteller, keine funktionierende Klimaanlage), habe ich ein bisschen FOMO gekriegt und das Gefühl, nicht sommerlich genug angezogen zu sein.

Viel besser, stattdessen zur Renaissance des Appellations im MQ – MuseumsQuartier Wien zu gehen. Da waren es nur ein paar Dutzend Winzer und die auch noch sehr umgänglich.
Am Stand von Gut Oggau hab ich etwas zu heftig gestikuliert – sorry! – aber hey, die Flecke haben farblich zu meinen Schuhen gepasst (Farbton Winifred). Neue Favoriten (Danke an Meinklang für die Tipps): gewagt Katalanisches von Finca Parera, Hausgemachtes aus Langenlois von Konsti & Markus und eine Flasche mit Milliarden Sternen drauf.

Später gab es im HEUER am Karlsplatz Unbekanntes vom Weingut Tenuta Alois Lageder und Clemens Busch zu verkosten, dazu Spargelrisotto, Misolachs und warmer Schokokuchen mit Vanillesahne.

Und dann, irgendwann: Chardonnay von Domaine Labet im MAST Weinbistro.

Und dann, noch irgendwanner: Gute Nacht, Wien.

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Im Sommer sicher schöner

Im Sommer ist es hier wahrscheinlich sehr schön. Für März, hören wir, ungewöhnlich kalt. Macht nichts, denn wir sind ja zum Essen hier! Hier, das ist Šibenik, eine kleine Stadt an Kroatiens Küste. Mit dem Boot geht es von dort auf die Insel Prvic. Es ist weniger David-Foster-Wallace-haft als erwartet.

Die an sich schon recht angenehme Überfahrt wird noch angenehmer gestaltet durch eine Weinprobe (maischevergorener Rieslingsekt!) und den herrlichsten Fisch (Carpaccio aus Dorade und Seebrasse, in Olivenöl marinierte Anchovies mit Kräutern der Insel Prvic, frittierte Sardinenbrötchen), den ich seit langem gegessen habe.

Anschließend gehen wir ein paar bescheidene Meter durch den Krka Nationalpark. Es regnet. Gegen die Kälte gibt es die lokale Spezialität Skradinski Risotto. Weiter geht es zu einem leichten Abendessen bei BIBICh WINE CROATIA. Wenn man es geschickt anstellt, umgeht man die zwei offiziell ausgeschenkten Sorten „Rot“ und „Weiß“ und kommt stattdessen in den Genuss einer Orange Wine Fassprobe.

Genau genommen bin ich sogar noch satt vom Vorabend. Da gab es bei pelegrini,sibenik Kokot, also Fisch, mit Blumenkohl und Blumenkohl und Blumenkohl. Und noch ein paar andere Dinge, die dem Restaurant zurecht einen Michelin Stern eingebracht haben.

Später feinen Wein von Milan Nestarec – Víno z hroznů, nic víc auf dem Boot. An den nächsten beiden Tagen das Foodfestival Chefs‘ STAGE. Ahoi!

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c) Florian Reimann

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Rettet die Hausfrau

Die Hausfrau ist zuletzt etwas in Verruf geraten. Ist das diese Person, die sich zugunsten von Kindern, Mann und Haushalt selbst aufgibt? Die, statt in Konferenzen zu sitzen, Bettwäsche bügelt? Gar aus Langeweile einen Kuchen backt? Zumindest Letzteres mag stimmen, aber wer würde sich beschweren, wenn dabei etwas so Herrliches herauskommt wie diese Espresso-Eistorte? Manche sprechen gar von einer Bombe. Rebecca Firth, Autorin des Blogs The Displaced Housewife, ist übrigens alleinerziehende Mutter, Gartenbesitzerin und Kochbuchautorin. Ziemlich viel für eine, die angeblich zu viel Zeit hat.

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Satt auf Malle

Mallorca, das klang für mich bislang nach Jürgen Drews und Sangria aus dem 5-Eimer-Liter. Qué desastre! Abgesehen davon, dass die Insel wunderschön ist, habe ich lange nicht so guten Wein getrunken. Bei 4 kilos etwa, dessen Flaschen mit den arty Etiketten auf den coolsten Tresen der Welt stehen, oder meine Souvenirs von Eloi Cedos Château Paquita, die mich wieder mal in die schlimme Lage bringen zu entscheiden, zu welchem Anlass man so tolle Flaschen entkorkt. Herrlich auch der salzige Sestalino von Sebastian Kellers Weingut Ses Talaioles.

Auch das Essen hatte natürlich nichts mit Ballermann gemein. Der Mercado Gastronómico San Juan muss sich hinter einer Kreuzberger Markthalle 9 nicht verstecken. In der Vermutería Rosa spült sich Spaniens Nationalgetränk vorzüglich mit Anchovies und Boquerones hinunter. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an das in einem abseits gelegenen Dorf versteckten Brut, das mir kurz vor meiner Abreise von der Redaktion des Feinschmeckers empfohlen wurde. Von Garnelen mit Sherry, Shitake und Katsobushi über Jakobsmuschel mit Quinoa, Zitrone und Haselnuss bis hin zu Süßkartoffel mit Aubergine, Pilzen, Kokos, Cashew, Erde und Erbsennatto war alles so kreativ-köstlich, wie ich es zuletzt bei Nobelhart & Schmutzig erlebt habe. Ganz zu schweigen von der Herzlichkeit, mit der Eduardo Martínez Gil mich und meine Begleitung, blödes Wort, aber ja: verwöhnte.

Ganz so grandios wurde es nicht mehr, aber auch bei Marc Fosh (Kastanien-Tortellini!) und Tomeu (Hummerterrine!) wurde ich nicht nur satt, sondern auch glücklich.

Alles weitere steht im Foodie Magazin.

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Aus: Foodie Magazin 2/2018

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Wir spüren uns mal wieder

Zwei Mal habe ich Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck auf ihrem Weingut im burgenländischen Oggau besucht. Beim ersten Mal war es Winter, wir wärmten uns in der Küche auf, ein Chesapeake Bay Retriever legte seinen Kopf auf meinen Schoß. Mein zweiter Besuch fiel in die Heurigenzeit, dieses Mal saßen wir im wunderschön bewachsenen Innenhof, aßen Joseph Brot und später eine Mehlspeisenetagère. Und tranken jenen ganz und gar ungewöhnlichen Wein, den ich in Berlin bei Standard kennengelernt habe, aber das ist eine andere Geschichte. „Vielen sogenannten Weinkennern würde ich gern sagen: ‚Spürt euch doch mal wieder‘, anstatt nach Restzucker und Säure und sonst was zu fragen“, bekräftigte Stephanie in unserem Gespräch. Wie sehr ich mich gespürt habe auf Gut Oggau, habe ich für die Welt am Sonntag aufgeschrieben.

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پیچیده است

Als ich vor einigen Sommern zwei Wochen lang in einer Hotelküche gearbeitet habe (nachzulesen in der Zeit), kam ich nicht nur mit einem sehr, sehr guten Tiramisurezept zurück, sondern auch mit einem für persischen Reis. Letzteres habe ich von Jasem gelernt, meinem iranischen Kollegen, den ich an dieser Stelle herzlich grüßen möchte: سلام! Jasem! Persischer Reis ist nämlich eine Wissenschaft für sich. Arbeitsschritt reiht sich an Arbeitsschritt, das Ganze muss ein wenig am Boden anbacken, aber nicht zu sehr, dauert sehr lang und benötigt ein Küchentuch. Daran musste ich denken, als ich das Sonntagsessen von Lab Noon geschrieben habe. Und an meinen guten Freund Omid, mit dem ich jetzt endlich mal Persisch essen gehen sollte.

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Lachs, Omelette und Champagner

Sibylle von Fischer und Sue Neuenschwander sind Freundinnen. Eine von ihnen wohnt in Zürich, die andere in Bern. Jede von ihnen hat stets die Zutaten für eine Eierspeise im Kühlschrank, außerdem eine Flasche Champagner. Für unangekündigten Damenbesuch. Das Sonntagsessen von Comme Soie ist ein asiatisch inspirierter Spinat-Lachssalat.

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Manciting

Seit einiger Zeit ist die Welt um den schönen Begriff Mansplaining reicher. Gemeint ist die Unart mancher Männer, Frauen die Welt erklären zu wollen, eine Welt, die sie nur unwesentlich besser verstehen. In Anlehnung daran schlage ich den Begriff Manciting vor für das Phänomen, dass Männern Zitate zugeschrieben werden, die eigentlich von Frauen stammen. „Man soll dem Leib etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“, das soll Winston Churchill gesagt haben und man sieht ihn vor sich, Zigarre rauchend und sich den dicken Bauch streichelnd, während er mit der freien Hand irgendwelche Verträge unterschreibt. Tatsächlich stammt der Satz von  Teresa von Ávila, einer im 16. Jahrhundert lebenden Geistlichen. Ob sie ahnte, dass ihre Aussage mal als Legitimation für jeglichen Hedonismus herhalten muss, von der Bierbong zur Vollmilch?

Im Sonntagsessen von Soulsistakitchen geht es nicht um Katholizismus und auch nicht um Feminismus, sondern um Frühlingssalate.

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My heart beats raw

RAW WINE Berlin, das ist die totale Überforderung. So viel Wein, so wenig Zeit. Zwei Tage lang habe ich mein Bestes gegeben. Neue Favoriten sind Matthias Warnung, Ökologisches Weingut Schmitt, Wasenhaus, Crama Nachbil Winery, Colombaia, Eric Texier und Domaine de l’Horizon. Danke auch an Weingut Brand für einen ziemlich erinnerungswürdigen Dornfelder, den ich von selbst …

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„Ich bin keine große Esserin“

Kennengelernt habe ich Ana Roš auf einer kuriosen Kroatienreise, die ihren Ausgangspunkt in Šibenik nahm. Auf einer namenlosen Naturschutzgebietinsel sammelte die 45-Jährige Kräuter und wir Journalisten sahen ihr dabei zu. Ein Teil davon landete unverzüglich in Gin Tonics (daytime drinking war bei diesem Trip essentiell). Dass Kochen, anders als Trinken, ihre Leidenschaft ist, wäre gelogen. Essen übrigens auch nicht, schließlich sagt sie von sich selbst, sie sei „keine große Esserin“. Eher hat Ana Roš sich dem gefügt, was manche Schicksal nennen, andere Pflicht, wieder andere Liebe. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie  mit dem Hiša Franko eines der spannendsten Restaurants in Osteuropa. Für Zeit Online habe ich mit ihr über Feminismus in der Küche, Brechreiz im Flugzeug und slowenischen Naturwein gesprochen.

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Die Altstadt von Šibenik

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Weintipps von Ana Roš höchstpersönlich

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Er kommt, er kommt, er kommt…

… nicht. Auch nicht im Jahr 2018, obwohl es so viele Menschen schon so oft prognostiziert haben. Ist auch egal, so lange es im Wedding Perlen gibt wie Dilekerei, das zauberhafteste Café mit angeschlossener Tortenmanufaktur nördlich von Mitte (das Adjektiv „zauberhaft“ nutze ich nur in Ausnahmefällen). Spezialisiert ist dessen Betreiberin Dilek Topkara, die ich bei Cee Cee vorstelle, auf Hochzeitstorten. Eigentlich müsste man schon allein deswegen heiraten, um eines dieser personalisierten Kunstwerke bestellen zu können. Eigentlich.

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Der tolle Florian Reimann macht Fotos von der tollen Dilek Topkara.

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Wedding im Wedding

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Ramen, Amen

Tokio, 2015: Mein Ehrgeiz war geweckt. Auf der Suche nach der besten Ramen-Bar der Stadt landete ich in einer schummrigen Seitengasse, schließlich vor einem Haus, das nicht einmal bei Google Maps eingezeichnet war. Kein Facebook-Auftritt! Wie so viele Lokale in der Neuneinhalb-Millionenmetropole war auch dieses schmal wie ein Essstäbchen. Natürlich sprach niemand Englisch. Irgendwie schaffte ich es, das Fleischtopping aus meiner Suppe herauszubestellen. Was nichts daran änderte, dass in der Brühe matchateetassengroße Fettaugen schwammen. Ich ließ fast alles stehen. Als ich meiner in Tokio lebenden Freundin davon erzählte, wunderte sie sich nicht. „Ramen bewährte sich nach dem zweiten Weltkrieg als einfaches, sättigendes Essen, vor allem für Leute, die körperliche Arbeit leisten. Sozusagen ein japanisches Fleischkäsebrötchen.“ Ich schämte mich für mein Touristinnen-Sein. Zwei Jahre später soll ich für Zeit Online noch mal losschlürfen. Besonders gut geschmeckt hat es mir in Berlin bei Hako Ramen. Heiß, fettig und mit Sojahack.

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Zwergspitz Milu, quasi Inventar von Hako Ramen, vor einem Japansouvenir

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Knet mich, Baby

Sauerteig ist in aller Munde. Gerade hat Mary Scherpe von Stil in Berlin zum wiederholten Mal den besten gekürt. Ihn selbst herzustellen allerdings ziemlich verflixt. Wie es gehen könnte, verraten die coolen Girls von Baked beim Zeit Online Sonntagsessen. Ganz nebenbei sind sie der Beweis, dass Frauen in derselben Branche sich nicht zwangsläufig anzicken. Female Empowerment, Teigkneten für weibliche Solidarität!

(In Berlin gibt es das beste Sauerteigbrot übrigens bei Sironi und The Bread Station. Und bei der Schwedin Malin Elmlid, die mit ihrem Projekt The Bread Exchange beweist, dass Frauen gerne teilen.)

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Ellbogentief im Schokokuchenteig

… so habe ich die Kochlust Pur Session im Alten Wirt in Grunewald in Erinnerung. Ein halbes Jahr später halte ich das Ergebnis in Form des Kochbuchs „Sinn und Sinnlichkeit“ in der Hand. Danke an Jürgen Schmücking und dem Bio Hotel Team sowie allen Beteiligten für zwei tolle Tage und die Erkenntnis, dass bei Schokokuchen …

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Daddy knows best

Denke ich an meine Kindheit zurück, fallen mir die Butternudeln meines Vaters ein. Mehr al dente als eine italienische Mama gutheißen würde, mit viel geschmolzener Butter und etwas Salz. That’s it. Prerna Singh von Indian Simmer hingegen assoziiert mit ihrem Vater ein Chicken Curry. Noch heute, sagt sie, befreit es sie unverzüglich von allen Sorgen. Kein Wunder, dass ich so verrückt bin nach Butterbrot.

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Osterlamm

Vegane Ostern? Schwer vorstellbar. Wonach sucht man im Garten, wenn nicht nach Eiern? In Frankreich bringt die übrigens nicht der Hase, sondern Glocken mit Hühnerflügeln. Man muss das nicht verstehen. Egal ob Hase oder Huhn: Viele Flexitarier machen zu Ostern eine Ausnahme. Ich nicht. Wenn ich Fleisch essen würde, dann wäre es ein Rezept wie das von Florence Stoiber und ihrem Blog Avocado Banane: Lammkrone mit Bärlauch-Schupfnudeln und Karotten in Nussbutter. Weil ich bin, wie ich bin, gebe ich mich auch mit den Beilagen zufrieden.

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Greencooking

Unternehmen, die eine sauberer Ökobilanz vortäuschen, betreiben Greenwashing. Foodblogger, die sich für den Tierschutz engagieren, Greencooking. Beim Fleischkonsum lässt Janine Hegendorf von Nuts and Blueberries keine Ausrede gelten. Lieber streichelt sie Geparden in Afrika, anstatt sie zu essen. Was bei ihr auf den Teller kommt, steht beim Sonntagsessen.

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Ei ei ei ei ei ei ei ei

Maxi wusste es schon vorher: Eierlikör ist schick. Dafür sorgen nicht zuletzt kleine Manufakturen, in denen blumenschürzentragende Omis Bio-Sahne und eigelbfarbenes Eigelb im Eisenbottich verrühren. Verwendet werden ausschließlich Eier von MDMA-Hühnern. Für die Welt am Sonntag habe ich probiert, wie das schmeckt, in einer Fabrik im wilden Wedding und einem verrauchten „Headquarter“ am Prenzlauer Berg. Leider ist während der Recherche die schönste Flasche von allen kaputtgegangen. Maxi weiß bestimmt, wo es Nachschub gibt.

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