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Heimat ist ein dehnbarer Begriff

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Deutschland hat jetzt sein Heimatministerium. Während viele über dessen Kernkompetenz rätseln, schmeißen andere einfach alles in einen Topf. Anastasia Franik von Sia’s Soulfood ist Griechin, lebt in Stuttgart und kocht trotzdem am liebsten Italienisch. Und das in einer Stadt, die eher bekannt ist für die Kehrwoche als für Multikulti. Ihr Sonntagsessen ist keiner speziellen Länderküche zuzuordnen und bietet umso mehr allen Heimatlosen eine Heimat.

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Herz, Liebe, Dankbarkeit

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Essen kommt von Emotion. Herzig geht es zu beim Sonntagsessen von Theresas Küche. Am besten gefällt mir die Stelle, an der sie ihre täglich Routine beschreibt: „Ich habe das große Glück, von zu Hause arbeiten zu können, und auch mein Mann arbeitet nur wenige Minuten von uns entfernt. Mittags essen wir gemeinsam, im Sommer draußen im Garten unter einem alten Pflaumenbaum.“ Klingt nach heiler Welt und so viel besser als Berichte über den Gang zur Kantine. Für mich jedenfalls ist Theresa Baumgärtner die weibliche Antwort auf Nigel Slater.

Winter im Burgenland
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Und immer lockt das Burgenland

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Pannonia meets Persia nennt Christina Basafa-Pal als Motto ihres Sonntagsessens. Pannonien heißt der Landstrich im österreichischen Burgenland, der viele, viele kulinarische Reize bereithält, etwa Gemüse vom Paradeiser-Kaiser, Sauerkirsch, Safran und Mandeln. Aus dem Iran stammt der Ehemann der Betreiberin des Blogs Steppe und Stadt. Ihr Hauptgang ist ein traditioneller Hühnereintopf in Granatapfel-Walnuss-Soße und wird mit burgenländischem Rotwein verfeinert. Den kann ich zu allen Anlässen uneingeschränkt empfehlen.

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Grün, grün, grün sind alle meine unbekannten Zutaten

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Grüne Soße? Ist selbst Nicht-Frankfurtern bekannt als etwas, das unter Umständen gut zu Kartoffeln passt. Von Tsampa hingegen hörte ich bei der Recherche dieses Sonntagsessens zum ersten Mal. Sabrina Sue füllt dieses geröstete, aus Tibet stammende Mehl in Wirsingpäckchen. Den Zeit Online-Kommentatoren schmeckt das mal wieder überhaupt nicht; einer verkündet gar „aus Trotz“ über so viel vegetarischen Schnickschnack zum nächsten Metzger zu eilen“. Ein anderer kramt ein Achtzigerjahre-Rezept vom großen Wolfram Siebeck heraus, wieder ein anderer gratuliert zum im Rezept verwendeten „Esslöffel Butter“. Warum nicht stattdessen die gute alte Grüne Soße?

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Mut zum Eierlikör

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Wie wunderbar sich Cheesecake und Eierlikör vertragen, weiß ich seit dem Geburtstag meiner Freundin J. Man munkelte, dass der Kuchen, den ihr Freund H. gebacken hatte, mit einer halben Flasche jenes Getränks verfeinert war, das als sehr, sehr uncool gilt. Alte Journalistenweisheit: Alles, was sehr uncool ist, steht kurz vor dem Revival. Bis es soweit ist, halten wir uns an die Empfehlung von Andrea Natschke-Hofmann, deren Blog Zimtkeks & Apfeltarte ich beim Sonntagsessen vorstelle.

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I <3 Burgenland

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Viele Male habe ich bereits von Wien aus das Burgenland bereist. Aus persönlichen Gründen, aber vor allem, weil es an kaum einem Ort so dicht geballt so viel Kulinarisches zu entdecken gibt. Insbesondere die Winzer rund um Gols – darunter Claus Preisinger, Judith Beck, die Rennersistas – haben es mir sehr angetan. Wie sehr, steht bald in der Welt am Sonntag. An einem anderen Sonntag stelle ich Melanie Limbeck und ihren Blog Mundvoll bei Zeit Online vor. Die 26-Jährige kommt ebenfalls aus Gols, wo sie, neben ihrem Job als Bloggerin, im Weingut ihres Freundes mithilft. Nach einem Studienaufenthalt in Wien zog es sie wieder zurück in die Heimat. Ich kann das verstehen.

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Eins, zwei, drei, raus

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Der vietnamesische Trinkspruch Mot, Hai, Ba – Dzo! bedeutet übersetzt „eins, zwei, drei – rein!“ Max Faber und Nicola Walsh hingegen nennen ihren Signature Drink 3 and out. Neben hochwertigem (!) Wodka besteht er aus Craft Beer, aus Gründen des Lokalpatriotismus jenem der Marke Berliner Berg. Hatte ich schon erwähnt, dass ich den Craft Beer Hype echt total verschlafen habe? Bloggerin Walsh ging es bis vor kurzem ähnlich: „Eigentlich war ich nie ein großer Bierfan, im Grunde aus all den ‚Mädchen-trinken-nicht-gern-Bier‘-Gründen. Der Geschmack ist mir zu bitter und die Portionen zu groß. Außerdem schmeckt für mich alles gleich und am Ende muss ich immer rülpsen …“. Zum 3 and out sagt sie trotzdem yes. Das Sonntagsessen von Nicky & Max ist ein Cocktailmenü mit ein paar Alibisnacks, Grundlagen schaffen und so. Hauptsächlich, damit nach dem dritten Drink nicht Schluss ist.

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Mein Mann, dieser Blumenkohlbanause

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… mit dieser entschiedenen Formulierung lässt sich Franzi Schädel zitieren. Dass ihr Mann ein heikler Esser ist, steht ihrer Beziehung offenbar nicht im Weg. Schön, so eine Liebe über Geschmacksgrenzen hinweg! Das Sonntagsessen von Schädels Blogs Wo geht’s zum Gemüseregal ist keine Liebeserklärung an einen Menschen, sondern an ein Gemüse. Wer sagt, dass Rote Bete weniger romantisch ist als eine rote Rose?

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Rehe pflücken

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Derzeit denke ich viel über Rehe nach. Viele derer, die besonders laut sind in der Metoo-Debatte, sehen Frauen als scheue, zum Abschuss freigegebene Rehe, die von Jägern (also den Männern) von Blumenwiesen gepflückt werden. Ich teile diese Meinung nicht. Rehe gehören auf den Teller, zumindest wenn man Fleisch mag. Wer zu Weihnachten lieber vegetarisch isst, kann auch diesem Wunsch nachgehen. Das ist das Schöne an Demokratie.