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In der Weihnachtsbäckerei (II)

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Bereits vor einem Jahr habe ich für die FAZ Woche über Kathrin Koschitzki und ihren wunderschönen Blog geschrieben und noch immer keines ihrer Rezepte ausprobiert. Warum nicht  dieses beim Zeit Online Sonntagsessen vorgestellte Kunstwerk? Leider denke ich bei „Eistorte“ seit dem letzten Heiligabend immer an Jamie Olivers Exemplar, das für Überraschungen gesorgt hat. Ich sag mal so: Präsentierbar war das nicht. Zurecht zweifelte meine Mama an einem Rezept, das Eiscreme in den Backofen gibt. Zeit also für einen neuen Versuch nach Anleitung der Phôtisserie.

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FAZ Woche, Dezember 2016

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In der Weihnachtsbäckerei (I)

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„Wer Weihnachten nicht fühlt, ist in meinen Augen eine reudige Tempelhure.“ Eine Adventsandacht der anderen Sorte, aufgeschnappt bei Twitter. Wie es sich gehört, stand mein erster Adventssonntag ganz im Zeichen des Plätzchenbackens, da kommt die dazugehörige Stimmung ganz von allein, außerdem wird es einem dank bollerndem Gasofen schön warm ums Herz. Leider hab ich bei der ersten Ladung Mohnplätzchen Mehl und Puderzucker vertauscht. Das Ergebnis konnte nicht mal den Anforderungen eines zur Käseplatte gereichten Snacks standhalten. Solche kleinen Rückschläge ändern nichts an meiner Haltung, die ich mit dem beim heutigen Sonntagsessen vorgestellten Blog teile: Lieber backen. Immerhin wurden die Vanillekipferl mit gesalzenen Macadamias nach einem Rezept des SZ Magazins genauso gut wie letztes Jahr. 

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Ganz herrliche Vanillekipferl mit gesalzenen Macadamias und nicht ganz so herrliche Mohnplätzchen

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Emily for president

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Wenige Foodblogger beeindrucken mit einer Persönlichkeit wie Emily von Euw. Mit gerade mal 24 Jahren hat die Betreiberin von This rawsome vegan life bereits Kochbücher geschrieben (okay, das haben viele Blogger, auch wenn, wie kürzlich gehört, „Schreiben nicht so ihr Ding ist“), studiert Philosophie, Geschichte und Gender Studies und nennt als Vorbild nicht Jamie Oliver, sondern Michelle Obama. Emily ist Veganerin, aber eine von der sanften Sorte. Ihr Sonntagsessen ist angenehm undogmatisch, obwohl es unter dem Motto Save the planet läuft. Meine Stimme hätte sie.

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Pfeif auf Tofu, pfeif auf Kalb

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Ganz Mitteleuropa ist fest in der Hand der Tofudynastie. Ganz Mitteleuropa? Nein, eine kleine Küche im Herzen Wiens leistet Widerstand. Dort kochen Marlene Grabner und Thomas Talasch Gerichte mit Zutaten, die ehemals lebendig waren. Erwartungsgemäß versetzt das die Zeit Online-Leser in helle Aufregung. OMG, ein Sonntagsessen, das aus lauter Fleischgerichten besteht! Bestenfalls schießt man den Hirsch für das Cordon Bleu nach Küchenrowdy-Rezept selbst. Wer nicht trifft, kann ja bei Tofu bleiben.

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Hueregueter Chäs

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Alle Schweizer sind Punks, jedenfalls alle, die ich kennengelernt habe. Angelo Stäldi etwa, mit dem ich für Vice Munchies auf einer Kirchenbank über Milchschaumverbote und Innereien im Kühlschrank gesprochen habe. Ebenso Andrzej Koch, der in der Wollzeile den kleinsten Käseladen Wiens betreibt. Jetzt hat Der Schweizer Konkurrenz bekommen von Jumi, einem mit Schweizer Perfektion und Schweizer Punkattitüde eingerichteten Shop im achten Bezirk. Neben Kuhglocken, einem riesigen Metallbottich und fantastischen Käsen in Form von Gehirnen gibt es dort Käsehobel, schwarze Nüsse (Hallo, Trend!) und Weine des Collectif anonyme. Einer von Jumis Bestsellern heißt AGAB, was für All Goats are beautiful steht. Was es damit auf sich hat, habe ich für die FAZ Woche aufgeschrieben. Huereguet drückt auf Schwyzerdütsch übrigens Wohlgefallen aus.

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Senf statt Schuhe

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Auf die Frage, wofür sie immer wieder zu viel Geld ausgeben, antworten viel zu viele Frauen: Schuhe. Bei neun von zehn Bloggern hingegen lautet die Antwort: Essen. Jana Nörenberg ist da präziser. „Feigen-Senf, Weintrauben-Senf, Balsamico-Senf. Wenn es eine neue Sorte gibt, muss ich sie haben.“ Das Sonntagsessen ihres Blogs Nom Noms Food verzichtet dankenswerterweise trotzdem auf Senfeier.

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Feigen, eine Liebeserklärung

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Jedes Jahr das gleiche Elend: Nach wenigen Wochen Hochgenuss muss ich Ende Oktober Abschied nehmen von meinen Lieblingsfrüchten. Wie macht das eigentlich der Mädchenitaliener mit seinem signature dish Pasta mit Mohn, Balsamico und frischen Feigen? Schnell noch beim türkischen Supermarkt im Wedding eine ganze Palette abgestaubt, bevor die feigenlose Zeit beginnt. Was man daraus machen kann, weiß Tanja Gehringer alias Frau Zuckerstein. Ihr Sonntagsessen ist auch eine Erinnerung daran, was Erwachsene von Kindern lernen können: Anstatt der vergangenen Jahreszeit nachzutrauern, sich an der folgenden erfreuen. Bald gibt es Lebkuchen.

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Cheeeeeese!

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Was haben wir nicht schon alles von Frankreich gelernt. Dass Wein ein Grundnahrungsmittel ist und ein Streifenshirt oftmals eleganter als eine weiße Bluse. Dass Frühstück, abgesehen von Café au lait überbewertet ist und ein umfangreiches Dinner dafür umso wichtiger. Man muss dafür nicht mal kochen. Louisa Clements von Living Lou ist zwar keine Pariserin, sondern stammt auch dem kanadischen Toronto, aber trotzdem vertraut mit der hohen Kunst der Käseplatte. Von weich bis fest, von Schaf bis Kuh…  et voilà, alles weitere steht beim Zeit Online Sonntagsessen.