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Ellbogentief im Schokokuchenteig

… so habe ich die Kochlust Pur Session im Alten Wirt in Grunewald in Erinnerung. Ein halbes Jahr später halte ich das Ergebnis in Form des Kochbuchs „Sinn und Sinnlichkeit“ in der Hand. Danke an Jürgen Schmücking und dem Bio Hotel Team sowie allen Beteiligten für zwei tolle Tage und die Erkenntnis, dass bei Schokokuchen …

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Daddy knows best

Denke ich an meine Kindheit zurück, fallen mir die Butternudeln meines Vaters ein. Mehr al dente als eine italienische Mama gutheißen würde, mit viel geschmolzener Butter und etwas Salz. That’s it. Prerna Singh von Indian Simmer hingegen assoziiert mit ihrem Vater ein Chicken Curry. Noch heute, sagt sie, befreit es sie unverzüglich von allen Sorgen. Kein Wunder, dass ich so verrückt bin nach Butterbrot.

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Osterlamm

Vegane Ostern? Schwer vorstellbar. Wonach sucht man im Garten, wenn nicht nach Eiern? In Frankreich bringt die übrigens nicht der Hase, sondern Glocken mit Hühnerflügeln. Man muss das nicht verstehen. Egal ob Hase oder Huhn: Viele Flexitarier machen zu Ostern eine Ausnahme. Ich nicht. Wenn ich Fleisch essen würde, dann wäre es ein Rezept wie das von Florence Stoiber und ihrem Blog Avocado Banane: Lammkrone mit Bärlauch-Schupfnudeln und Karotten in Nussbutter. Weil ich bin, wie ich bin, gebe ich mich auch mit den Beilagen zufrieden.

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Greencooking

Unternehmen, die eine sauberer Ökobilanz vortäuschen, betreiben Greenwashing. Foodblogger, die sich für den Tierschutz engagieren, Greencooking. Beim Fleischkonsum lässt Janine Hegendorf von Nuts and Blueberries keine Ausrede gelten. Lieber streichelt sie Geparden in Afrika, anstatt sie zu essen. Was bei ihr auf den Teller kommt, steht beim Sonntagsessen.

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Ei ei ei ei ei ei ei ei

Maxi wusste es schon vorher: Eierlikör ist schick. Dafür sorgen nicht zuletzt kleine Manufakturen, in denen blumenschürzentragende Omis Bio-Sahne und eigelbfarbenes Eigelb im Eisenbottich verrühren. Verwendet werden ausschließlich Eier von MDMA-Hühnern. Für die Welt am Sonntag habe ich probiert, wie das schmeckt, in einer Fabrik im wilden Wedding und einem verrauchten „Headquarter“ am Prenzlauer Berg. Leider ist während der Recherche die schönste Flasche von allen kaputtgegangen. Maxi weiß bestimmt, wo es Nachschub gibt.

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Wahrhaft währschhaft

Schweizerisch ist eine kuriose Sprache. „Währschhaft“ zum Beispiel heißt schlicht, solide, sättigend. Das trifft auch auf die Schweizer selbst zu. Ihrer Herkunft entsprechend gibt Ursula Lüthi sich bescheiden. Vieles auf ihrem Blog Einfach essen – der Name ist Programm – wirkt wie das, was man nach einem langen Tag auf der Alm essen will, viel Fett, viel Kohlenhydrate, natürlich Käse. Hoffen wir, dass die Schweiz dem Veganismus gegenüber ähnlich standhaft ist wie der EU-Politik. Ein glutschiges Zeit Online Sonntagsessen.

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Piano, piano, con calma!

Slow Food wurde in Italien erfunden. Niemand weiß das besser als Claudio del Principe, der, das Wortspiel muss sein, ein Mann der Prinzipien ist. Sein Blog Anonyme Köche übrigens einer der Favoriten. Claudios Lammschulter dauert 36 Stunden. Lange genug, um in der Zwischenzeit ein bisschen Italienisch zu lernen. Piano, piano heißt natürlich nicht Klavier, sondern: Immer mit der Ruhe.

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Wedding im Wedding

Dass Hochzeit auf Englisch Wedding heißt, ist natürlich ein schöner Zufall. Dort, in Berlins niemals trendy werdendem Viertel, befindet sich Dilekerei, ein Café mit angeschlossener Backstube, wo herrliche Hochzeitstorten entstehen. Für die FAZ habe ich mit dessen Besitzerin Dilek Topkara über Menemen und Pide gesprochen, über Marzipanblumen und die Unterschiede von Hochzeiten in Berlin und Wien  (im Palais Liechtenstein heiraten sie im Stil Marie Antoinettes, im Wedding im Fabrik-Look). Und was hält Topkara, die lange Zeit nebenberuflich als Fitnesstrainerin arbeitete, vom aktuellen Trend, auf Zucker zu verzichten? „Nichts.“

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Wurzeln für Papa

Eigentlich wollte Lisana Hartl nicht im elterlichen Betrieb mitarbeiten (dessen Himbeersenf ich sehr empfehlen kann). Heute kann sie sich gut damit abfinden, schließlich bleibt noch immer genug Zeit für Gartenpflege und jene ihres eigenen Blogs Meine wilde Gartenküche. Nicht nur beruflich, auch privat versteht sie sich offensichtlich gut mit ihrem Vater, schließlich ist dessen Geburtstag Anlass für ein Fünf-Gänge-Menü. Zum ersten Mal in ihrem Leben kocht die Bloggerin ein Risotto aus Schwarzwurzeln. Da kann eine Menge schiefgehen, ist es aber nicht. Glückwunsch!

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Endlich mal ein guter Inder

Klar kann man in Berlin zu Chutnify gehen. Oder in eines der vielen indischen Restaurants in London, von denen ich keines kenne. Oder halt nach Indien. Oder nach Bangkok zu Gaggan Anand. Um Authentizität geht es nicht bei dessen Dreißig-Gänge-Menü. Die hatte ich dafür bei  Thomas und Mathias Sühring, die wunderbare Gastgeber sind und echte Berliner. So kam es, dass ich in Thailands Hauptstadt die erste Curry-36-Tofuwurst meines Lebens gegessen habe. Wie das war, habe ich für Traffic News To Go aufgeschrieben.

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Heimat ist ein dehnbarer Begriff

Deutschland hat jetzt sein Heimatministerium. Während viele über dessen Kernkompetenz rätseln, schmeißen andere einfach alles in einen Topf. Anastasia Franik von Sia’s Soulfood ist Griechin, lebt in Stuttgart und kocht trotzdem am liebsten Italienisch. Und das in einer Stadt, die eher bekannt ist für die Kehrwoche als für Multikulti. Ihr Sonntagsessen ist keiner speziellen Länderküche zuzuordnen und bietet umso mehr allen Heimatlosen eine Heimat.

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Herz, Liebe, Dankbarkeit

Essen kommt von Emotion. Herzig geht es zu beim Sonntagsessen von Theresas Küche. Am besten gefällt mir die Stelle, an der sie ihre täglich Routine beschreibt: „Ich habe das große Glück, von zu Hause arbeiten zu können, und auch mein Mann arbeitet nur wenige Minuten von uns entfernt. Mittags essen wir gemeinsam, im Sommer draußen im Garten unter einem alten Pflaumenbaum.“ Klingt nach heiler Welt und so viel besser als Berichte über den Gang zur Kantine. Für mich jedenfalls ist Theresa Baumgärtner die weibliche Antwort auf Nigel Slater.

Winter im Burgenland
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Und immer lockt das Burgenland

Pannonia meets Persia nennt Christina Basafa-Pal als Motto ihres Sonntagsessens. Pannonien heißt der Landstrich im österreichischen Burgenland, der viele, viele kulinarische Reize bereithält, etwa Gemüse vom Paradeiser-Kaiser, Sauerkirsch, Safran und Mandeln. Aus dem Iran stammt der Ehemann der Betreiberin des Blogs Steppe und Stadt. Ihr Hauptgang ist ein traditioneller Hühnereintopf in Granatapfel-Walnuss-Soße und wird mit burgenländischem Rotwein verfeinert. Den kann ich zu allen Anlässen uneingeschränkt empfehlen.

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Grün, grün, grün sind alle meine unbekannten Zutaten

Grüne Soße? Ist selbst Nicht-Frankfurtern bekannt als etwas, das unter Umständen gut zu Kartoffeln passt. Von Tsampa hingegen hörte ich bei der Recherche dieses Sonntagsessens zum ersten Mal. Sabrina Sue füllt dieses geröstete, aus Tibet stammende Mehl in Wirsingpäckchen. Den Zeit Online-Kommentatoren schmeckt das mal wieder überhaupt nicht; einer verkündet gar „aus Trotz“ über so viel vegetarischen Schnickschnack zum nächsten Metzger zu eilen“. Ein anderer kramt ein Achtzigerjahre-Rezept vom großen Wolfram Siebeck heraus, wieder ein anderer gratuliert zum im Rezept verwendeten „Esslöffel Butter“. Warum nicht stattdessen die gute alte Grüne Soße?

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Mut zum Eierlikör


Wie wunderbar sich Cheesecake und Eierlikör vertragen, weiß ich seit dem Geburtstag meiner Freundin J. Man munkelte, dass der Kuchen, den ihr Freund H. gebacken hatte, mit einer halben Flasche jenes Getränks verfeinert war, das als sehr, sehr uncool gilt. Alte Journalistenweisheit: Alles, was sehr uncool ist, steht kurz vor dem Revival. Bis es soweit ist, halten wir uns an die Empfehlung von Andrea Natschke-Hofmann, deren Blog Zimtkeks & Apfeltarte ich beim Sonntagsessen vorstelle.

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I <3 Burgenland

Viele Male habe ich bereits von Wien aus das Burgenland bereist. Aus persönlichen Gründen, aber vor allem, weil es an kaum einem Ort so dicht geballt so viel Kulinarisches zu entdecken gibt. Insbesondere die Winzer rund um Gols – darunter Claus Preisinger, Judith Beck, die Rennersistas – haben es mir sehr angetan. Wie sehr, steht bald in der Welt am Sonntag. An einem anderen Sonntag stelle ich Melanie Limbeck und ihren Blog Mundvoll bei Zeit Online vor. Die 26-Jährige kommt ebenfalls aus Gols, wo sie, neben ihrem Job als Bloggerin, im Weingut ihres Freundes mithilft. Nach einem Studienaufenthalt in Wien zog es sie wieder zurück in die Heimat. Ich kann das verstehen.

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Eins, zwei, drei, raus

Der vietnamesische Trinkspruch Mot, Hai, Ba – Dzo! bedeutet übersetzt „eins, zwei, drei – rein!“ Max Faber und Nicola Walsh hingegen nennen ihren Signature Drink 3 and out. Neben hochwertigem (!) Wodka besteht er aus Craft Beer, aus Gründen des Lokalpatriotismus jenem der Marke Berliner Berg. Hatte ich schon erwähnt, dass ich den Craft Beer Hype echt total verschlafen habe? Bloggerin Walsh ging es bis vor kurzem ähnlich: „Eigentlich war ich nie ein großer Bierfan, im Grunde aus all den ‚Mädchen-trinken-nicht-gern-Bier‘-Gründen. Der Geschmack ist mir zu bitter und die Portionen zu groß. Außerdem schmeckt für mich alles gleich und am Ende muss ich immer rülpsen …“. Zum 3 and out sagt sie trotzdem yes. Das Sonntagsessen von Nicky & Max ist ein Cocktailmenü mit ein paar Alibisnacks, Grundlagen schaffen und so. Hauptsächlich, damit nach dem dritten Drink nicht Schluss ist.

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Mein Mann, dieser Blumenkohlbanause

… mit dieser entschiedenen Formulierung lässt sich Franzi Schädel zitieren. Dass ihr Mann ein heikler Esser ist, steht ihrer Beziehung offenbar nicht im Weg. Schön, so eine Liebe über Geschmacksgrenzen hinweg! Das Sonntagsessen von Schädels Blogs Wo geht’s zum Gemüseregal ist keine Liebeserklärung an einen Menschen, sondern an ein Gemüse. Wer sagt, dass Rote Bete weniger romantisch ist als eine rote Rose?

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Liegen bleiben lernen

Frühstück im Bett, das ist für manche eine Tasse Filterkaffee und die Samstagszeitung. Für Simone Hawlisch Pavlova mit Rotweinbirnen. Wie das geht, verrät die Fotografin und Kochbuchautorin beim Sonntagsessen. Mein Tipp: Nicht kleckern, Rotweinflecken gehen ganz schwer wieder raus.

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In der Weihnachtsbäckerei (II)

Bereits vor einem Jahr habe ich für die FAZ Woche über Kathrin Koschitzki und ihren wunderschönen Blog geschrieben und noch immer keines ihrer Rezepte ausprobiert. Warum nicht  dieses beim Zeit Online Sonntagsessen vorgestellte Kunstwerk? Leider denke ich bei „Eistorte“ seit dem letzten Heiligabend immer an Jamie Olivers Exemplar, das für Überraschungen gesorgt hat. Ich sag mal so: Präsentierbar war das nicht. Zurecht zweifelte meine Mama an einem Rezept, das Eiscreme in den Backofen gibt. Zeit also für einen neuen Versuch nach Anleitung der Phôtisserie.

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FAZ Woche, Dezember 2016

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In der Weihnachtsbäckerei (I)

„Wer Weihnachten nicht fühlt, ist in meinen Augen eine reudige Tempelhure.“ Eine Adventsandacht der anderen Sorte, aufgeschnappt bei Twitter. Wie es sich gehört, stand mein erster Adventssonntag ganz im Zeichen des Plätzchenbackens, da kommt die dazugehörige Stimmung ganz von allein, außerdem wird es einem dank bollerndem Gasofen schön warm ums Herz. Leider hab ich bei der ersten Ladung Mohnplätzchen Mehl und Puderzucker vertauscht. Das Ergebnis konnte nicht mal den Anforderungen eines zur Käseplatte gereichten Snacks standhalten. Solche kleinen Rückschläge ändern nichts an meiner Haltung, die ich mit dem beim heutigen Sonntagsessen vorgestellten Blog teile: Lieber backen. Immerhin wurden die Vanillekipferl mit gesalzenen Macadamias nach einem Rezept des SZ Magazins genauso gut wie letztes Jahr. 

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Ganz herrliche Vanillekipferl mit gesalzenen Macadamias und nicht ganz so herrliche Mohnplätzchen

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Emily for president

Wenige Foodblogger beeindrucken mit einer Persönlichkeit wie Emily von Euw. Mit gerade mal 24 Jahren hat die Betreiberin von This rawsome vegan life bereits Kochbücher geschrieben (okay, das haben viele Blogger, auch wenn, wie kürzlich gehört, „Schreiben nicht so ihr Ding ist“), studiert Philosophie, Geschichte und Gender Studies und nennt als Vorbild nicht Jamie Oliver, sondern Michelle Obama. Emily ist Veganerin, aber eine von der sanften Sorte. Ihr Sonntagsessen ist angenehm undogmatisch, obwohl es unter dem Motto Save the planet läuft. Meine Stimme hätte sie.

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Die rasende Reporterin

Was man als Reisejournalistin so alles auf sich nimmt: halb-lebendige Hühnereier essen, literweise lokale Brauerzeugnisse trinken, auf dem Moped von einer Völlerei zur nächsten fahren und nicht mal Zeit für einen Verdauungsspaziergang. Für Zeit Online habe ich meine Erlebnisse mit Saigon Street Eats aufgeschrieben.

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Nicht Ho-Chi-Minh-City, aber auch schön: West Lake, Hanoi, 2017