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Satt auf Malle

Mallorca, das klang für mich bislang nach Jürgen Drews und Sangria aus dem 5-Eimer-Liter. Qué desastre! Abgesehen davon, dass die Insel wunderschön ist, habe ich lange nicht so guten Wein getrunken. Bei 4 kilos etwa, dessen Flaschen mit den arty Etiketten auf den coolsten Tresen der Welt stehen, oder meine Souvenirs von Eloi Cedos Château Paquita, die mich wieder mal in die schlimme Lage bringen zu entscheiden, zu welchem Anlass man so tolle Flaschen entkorkt. Herrlich auch der salzige Sestalino von Sebastian Kellers Weingut Ses Talaioles.

Auch das Essen hatte natürlich nichts mit Ballermann gemein. Der Mercado Gastronómico San Juan muss sich hinter einer Kreuzberger Markthalle 9 nicht verstecken. In der Vermutería Rosa spült sich Spaniens Nationalgetränk vorzüglich mit Anchovies und Boquerones hinunter. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an das in einem abseits gelegenen Dorf versteckten Brut, das mir kurz vor meiner Abreise von der Redaktion des Feinschmeckers empfohlen wurde. Von Garnelen mit Sherry, Shitake und Katsobushi über Jakobsmuschel mit Quinoa, Zitrone und Haselnuss bis hin zu Süßkartoffel mit Aubergine, Pilzen, Kokos, Cashew, Erde und Erbsennatto war alles so kreativ-köstlich, wie ich es zuletzt bei Nobelhart & Schmutzig erlebt habe. Ganz zu schweigen von der Herzlichkeit, mit der Eduardo Martínez Gil mich und meine Begleitung, blödes Wort, aber ja: verwöhnte.

Ganz so grandios wurde es nicht mehr, aber auch bei Marc Fosh (Kastanien-Tortellini!) und Tomeu (Hummerterrine!) wurde ich nicht nur satt, sondern auch glücklich.

Alles weitere steht im Foodie Magazin.

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Aus: Foodie Magazin 2/2018