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So schmeckt Prag

Nachdem ich im Juni innerhalb weniger Tage den halben Balkan verkostet habe, zieht es mich Ende Juli in die tschechische Hauptstadt. Von der Idee, mich an Hauptgerichten satt zu essen, rücke ich schnell ab, denn ohne Fleisch geht es hier kaum. Lediglich ein Mal esse ich Nakládaný hermelín, eine Art eingelegter Camembert mit Zwiebeln und Essig, im quirligen Lokál. Wer noch eine Geschäftsidee für einen Neuköllner Hipsterladen braucht: Macht es doch wie diese historische, zu einer Art Deli umfunktionierte Bierhalle mit sozialistischem Charme und unsozialem Service. Keine Musik stört den irre hohen Lärmpegel. An den Holzwänden Kritzelbilder, die förmlich danach schreien, bei Instagram gepostet zu werden. Statt schummrigem Licht durch nackte Glühbirnen eine grelle Neonbeleuchtung (mal was anderes!). Es gibt Hausmannskost in lecker und fototauglich. Keine Geschmacksverstärker, alle Zutaten kommen aus der Region. Küche bis Mitternacht! Der Wein ist ein bisschen zu teuer, aber gut. Das Bier wird selbst gebraut. Natürlich gibt es kostenfreies WLAN. Und, für die Nostalgiker unter den Gästen, auf Wunsch Maggi.

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Hipster lieben die Wanddeko im Lokál

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Nakládaný hermelín, die tschechische Antwort auf eingelegten Camembert

Wie eigentlich überall halte ich mich an die Nachspeisen, insbesondere allem mit Mohn. Im Prinzip habe ich vier Tage lang Mohnkörner zwischen den Zähnen kleben und es geht mir sehr gut damit. Der Gipfel der Mohnliebe wird im My Raw Café erklommen, in Form einer rohen Mohntorte mit Cashewcreme. Aber auch die Koláce genannten Hefeküchlein bei Simply Good und der Blechkuchen vom Bäcker um die Ecke machen süchtig (nicht umsonst ist Mohn hochdosiert ein Rauschmittel). Hervorragenden Soja Latte gibt es bei EMA und Mamacoffee. Die Honigkuchen Medovnik halte ich für verzichtbar.

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Raw but beautiful: Mohntorte bei My Raw Café

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Muss nicht nach Deutschland importiert werden: der Honigkuchen Medovnik

Gott sei Dank kommen nicht nur biertrinkende Junggesellenabschiede, sondern auch Weinliebhaber auf ihre Kosten. In der Vinograf Wine Bar trinke ich eine lokale Cuvée aus Veltliner, Riesling und Sauvignon, mein Favorit dieses Urlaubs. Schöner ist es bei Veltlin. Dort läuft James Blake und die Birnen hängen in den Fassungen und alles ist überhaupt sehr roh, passend zum Konzept, ausschließlich Naturweine auszuschenken. Tschechischer Chardonnay naturel – da könnte ich Lokalpatriotin werden.

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Gott sei Dank!

Gleiches gilt für die Eissandwiches von Parlor. Teig, Eis und eine solide bestückte Bar, mehr braucht mein Bauch nicht. Für sein Sandwich wählt man Cookie und Topping selbst aus, das dauert lange und ist im besten Fall genau das, was man haben will (Peanutbutter – Schoko – Geröstete Nüsse). Das Eis kommt von Crème de la Crème und gewann beim Eisfestival vor einigen Wochen (warum war ich da nicht?) gleich zwei Preise, den für den besten Hersteller und die beste Sorte: Vanille.

Und sonst? In Prag gewesen. K1 Schloss an die Karlsbrücke gehängt.

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Nach dem Eis einen Drink von der gut sortierten Bar

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Peanutbutter-Cookiesandwich mit gerösteten Nüssen und Eis von Crème de la Crème

1 Kommentar

  1. Sieht ja alles sehr lecker aus. Ich fand Prag sehr schön, hab die meisten Sachen jedoch tatsächlich nicht probiert. Ich möchte eh bald noch einmal nach Prag – da muss ich mich dann wohl auch nochmal ein bisschen rumprobieren.

    Liebe Grüße
    Nicole von http://www.bluetenschimmern.com

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