Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Wein

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#vienna #shortnotes

 Auszug aus dem Wiener Reisetagebüchlein, das natürlich ein Moleskine ist: – Bei Veganista im siebten Bezirk behauptet das Eis, ein „ehrliches“ zu sein. Konkret bedeutet das Tonkabohne, Mohn und Hafer-Zimt auf veganer Basis. Besonders gelungen ist der Name für das, was in Berlin Zwei Dicke Bären machen, ein Cookie-Eis-Sandwich. Hier heißt es Inbetwiener. Zufälligerweise kenne …

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Was Hans mich nicht lehrt, lern ich von Hänschen

Ich habe einen Wiener Freund, der möchte mir seine Kultur erklären. Nennen wir ihn Hans. Hans findet, nichts bündele die österreichische Seele so sehr wie der Heurige. Man muss sich den Heurigen als bodenständige Version eines Weinlokals vorstellen. Hans‘ Jugend fand praktisch ausschließlich im Heurigen statt, daher sein fundiertes Wissen und sein Wunsch, mich an …

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Negroni, my love

Die Neue Heimat wächst und wächst. Jüngster Neuzugang auf dem Gelände ist die Bar & Food Night. Jeden Freitag zeigen wechselnde Bars, wie diese Woche unter anderem das Melody Nelson, was einen guten Drink ausmacht. Immer mit dabei ist der hauseigene Bloody Mary-Stand. Ehrgeiz zeigen die Betreiber auch beim musikalischen Programm, das von Jazz bis zu Elektronischem reicht. Letzteres von lokalen Größen wie Soukie & Windish oder Dada Disco – kein Wunder, schließlich vereinen Sebastian Baier, Danny Faber und Andreas Söcknick als ehemalige Betreiber der Bar 25 und des Chalet viele Jahre Club-Credibility.

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Von Blogger zu Blogger

Der Blogger ist ein einsamer Wolf. Selten begegnet er seinen Artgenosen in der freien analogen Natur, meistens bleibt es beim gegenseitigen Beschnüffeln im Netz. Zu meinen liebsten Kolleginnen gehört Katharina Seiser. Esskultur.at ist denkbar weit vom üblichen Rezept-Schnickschnack entfernt, stattdessen gibt sie Tipps, mit welchen Speisen man die Hitze übersteht (damals, ach, im Sommer), Erfahrungsberichte, …

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Nach Rheinhessen gefahren. Wein getrunken

Oft gehört, nie kapiert: die Lobeshymnen auf unser Heimatland. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? In die Ferne schweifen belastet das Klima (sagt der Bio-Bürger) und den Geldbeutel (sagt der Schwabe). Einig sind sich beide über die herrliche Vielfalt Deutschlands. Klar fallen die meisten Engländer und Spanier erst mal in …

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Dinner for one

So, wie die Schauspielerin Nora von Waldstätten gerne nur für sich kocht, gehe ich von Zeit zu Zeit gerne alleine essen. Statt Tischgesprächen herrscht dann stille Kontemplation, frei schweift der Blick im Raum umher, niemand findet es peinlich, wenn ich meinen Teller fotografierem, niemand kommentiert mein Esstempo. Manchmal ist dieses Minus Eins beziehungsweise Plus Null …

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An einem Samstag im September

Es ist der Tag des Kaffees. In Berlin-Mitte ist das ja gefühlt jeden Tag der Fall (alle haben immer Urlaub oder arbeiten in der Kreativbranche, sitzen also im Café vor ihrem Mac), aber am Samstag, den 6. September ist es das ganz offiziell. Pro Macchina lädt zu einem Coffeetasting, wo man sich  durch verschiedene Sorten …

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Husch husch, ins Körbchen!

Wochenendeinkauf. In einer Stadt, wo der nächste Späti immer nur ein paar hundert Meter entfernt ist, entfällt das große Grübeln am Freitagnachmittag, das ich noch von zuhause kenne (wo viele Geschäfte nach wie vor um 20 Uhr schließen). Manche Dinge will man aber nicht beim Späti kaufen.

Die Milch zum Beispiel. Lange probiert, diese hier für die Beste befunden (idealerweise in der Glasflasche, worin sich ab dem zweiten Tag eine Rahmschicht bildet, die man vor dem Morgenkaffee ablöffeln kann).

Das Vanilleeis. Vanilleeis gehört für mich zur Haushaltsgrundausstattung, als Begleitung zum Kuchen, zu allen möglichen Desserts, als Eiskaffeeeinlage. Für die heimische Tiefkühltruhe habe ich meinen Favoriten gefunden. Kaum zu glauben, aber es handelt sich um eine der billigsten Sorten, die man kriegen kann. Obwohl ich den dazugehörigen Discounter normalerweise meide, schlägt dieses Eis die Premiumhersteller (Mövenpick, Langnese, sogar Florida) meines Erachtens nach um Längen.

Für den Nachmittagskaffee ein Stück Schokotarte mit Kokosboden aus der Confiserie Orientale, einer der neuentdeckten Premiumlocations für Süßes in Berlin-Mitte.

Wein lagert noch ausreichend im improvisierten Weinregal. Für einen schönen Moment derzeit am Liebsten diesen. Oder diesen. (Wein und Kuchen im Körbchen, war das nicht Rotkäppchen?)

Und Blumen. Ja, ich komme jetzt in das Alter, wo man sich über frische Blumen freut. Notfalls auch selbst gekauft.

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Fast ein Rotkäppchen.

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Geile Schweine oder: Tiere gehen immer

Durch die Wahl des Weines versichert sich der weintrinkende Urbanist seiner urbanen Identität. Besser also, der Weinhersteller holt sich einen patenten Produktdesigner mit ins Boot, der mithilfe einer ansprechenden corporate identity das Trinken zum Event macht. Unübersehbarer Trinktrend im Jahr 2014: Tiere des Waldes, gerne gezeichnet, gerne monochrom. Ich weiß das, ich habe eines auf …

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„Wie in Wien, dachte ich mir“

„Ich ließ mir eine Flasche Chardonnay Steinhof Reserve 2012 von Wieninger kommen, 2012 war in Wien ein denkwürdiges Jahr gewesen, die Weine zeigten Rohseide, Zahngold, Handschuhleder, einen Dialog von Knochen und gebackenem Pfirsich, der von kristalliner Mineralität moderiert wurde (…). Wie in Wien, dachte ich mir, wo man für den Preis eines Bieres im Kaffeehaus den ganzen Tag lang sitzen kann, nachdenken, alle Zeitungen lesen, kann man hier für ein paar hundert Dollar über einem Teller Knödel mit Kaviar vom artengeschützten Traunseestör Platz nehmen, unter einem großformatigen Bernhardporträt von El Schnabuloso, das Bernhard frierend zeigt, in der Nacht, im Winter, an einem spanischen Strand, in einem Trenchcoat mit Naturhornknöpfen, mit schwarzen Adern an den Schläfen, im Licht einer letzten Straßenlaterne.“

Aus dem ganz wunderbaren Roman „Die Murau Identität“ von Alexander Schimmelbusch.

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Mitteschön

Kaum ein Ort hat eine derart hohe Restaurant-Dichte wie Berlin-Mitte. Um Aufzufallen, ist manchen jedes Mittel recht. Allzu leicht übersieht man die Perlen, insbesondere wenn sie ganz bescheiden auf das Schild verzichten. Das Lokal in der Linienstraße ist eine solche Perle. Seine Einrichtung ist so schön, dass man auf das Draußen-Sitzen selbst an lauen Sommerabenden …

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Jeder Balsamicoschliere ihre Daseinsberechtigung

Welchen Satz hören Leute, die sich nie entscheiden können, am Liebsten? „Wir nehmen alles.“ Funktioniert im normalen Leben eher selten, beim Essen gehen nur, wenn die Karte maximal fünf Gerichte umfasst. Anders verhält es sich bei sogenannten Degustationsmenüs. Im Cinco, dem Restaurant des Hotels Stue, umfasst ein solches Menü unglaubliche zweiundzwanzig Gänge. Zweiundzwanzig! Die Antwort …

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Die schönste Nebensache

„Toiletten sind die Visitenkarten eines Restaurants“, sagt meine Mama. Wenn das stimmt, ist das Toca Rouge die allererste Adresse auf der an ersten Adressen nicht armen Torstraße. Kaum größer als die durchschnittliche WG-Küche; genau genommen so klein, dass man praktisch auf dem nimmt auf dem Schoß des Nebensitzers Platz nimmt. Allein essen gehen geht immer (finde ich) …

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Totalreporter auf Trinkmission

Das Zeit Magazin war optisch immer schon das Zugpferd des dazugehörigen Wochenblatts, jetzt sieht es noch hübscher aus. Viele Beiträge aus dem Heft, so heißt es, werden gleich online gestellt und zusätzlich mit Video/Audio etc. pp. aufbereitet. So funktioniert Onlinejournalismus! Hinzu kommt, dass dem Sujet „Essen und Trinken“ immer mehr Bedeutung beigemessen wird. Was der Biobürgertum-Leser mit den saisonalen Produkten aus seiner Biokiste anfangen soll, weiß Elisabeth Raether im Wochenmarkt.  Als Die Trinkende Frau ist Raether ferner für die Momente zuständig, wo es den Leser nach flüssiger Erleuchtung dürstet. Auf diesem Gebiet bekommt sie jetzt Unterstützung von Frédéric Schwilden.

Schwilden ist eine echte Entdeckung. Seine lakonischen Texte (unter anderem für den Rolling Stone, die Welt, die Berliner Morgenpost) wirken wie zwischen zwei Latte Macchiatos im St. Oberholz entstanden, ein bisschen Gonzo, ein bisschen Berlin-Mitte (wahrscheinlich wohnt er eh in Kreuzberg). Ein Totalreporter, in dessen Porträts der von-Uslar-Sound nachhallt, kürzlich etwa über Friedrich Liechtenstein (der neue Liebling bundesdeutscher Feuilletons). Neben Kultur interessiert sich Schwilden offenbar auch für die leiblichen Genüsse. Vor einigen Wochen traf er für die Welt am Sonntag einen ehemaligen Geisteswissenschaftler, der jetzt als Koch arbeitet, also den heimlichen Traum jedes Geisteswissenschaftlers in die Tat umgesetzt hat (der Artikel ist leider nicht online). Kantinenluft schnupperte er zuvor während eines einwöchigen Praktikums bei Tim Raue, um das ich ihn wirklich beneide.

Für die erste Ausgabe seiner „bereits jetzt sehr beliebten Serie“ (Schwilden über Schwilden) Eine Flasche mit trifft er den Jungsommelier Billy Wagner zu später Stunde in dessen privater Wohnung. Kredenzt wird ein Blutorangengeist aus der Monkey 47-Destillerie. Wohl bekomm’s! Billy Wagner war bis vor kurzem Restaurantleiter der überaus empfehlenswerten Weinbar Rutz. Derzeit sucht er nach Räumlichkeiten für sein eigenes Restaurant. Intim soll es werden, mit einer festen Menüabfolge, am Besten zweistöckig, damit Platz ist für den Weinkeller. Der Name: Nobelhart und Schmutzig – Eine Mahlzeit.

Ich selbst hatte dereinst die Ehre, ein Gläschen mit Billy zu trinken. Billy ist ein wenig kauzig, eben so exzentrisch wie die Kombination aus rotem Bart und Hut oder Hosenträgern oder beidem vermuten lässt. Aber immer noch weniger einschüchternd als die meisten anderen Sommeliers. Wer schon mal mit Profis getrunken hat, kennt das Gefühl, lieber stumm zu schlucken als etwas peinlich Falsches zu sagen (der Wein korkt?). Dass das Quatsch ist, kann man von Leuten wie Billy lernen. Demnächst in seinem neuen Restaurant oder bei Wine Vibes, dessen erste beiden Ausgaben in Berlin (2012 und März 2014) ich leider verpasst habe. Hauptsache nicht aus der Übung kommen! Denn ewig gilt: „Es dauert lange bis man ein großer Weinkenner wird. Aber es ist eine schöne Zeit.“ Ich bin gespannt, mit wem Schwilden im Auftrag des Zeit Magazins als nächstes übt. Totalreporter, entkorken Sie!

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Der frühe Vogel trinkt den Sturm

Österreich ist so ein tolles Land. Wäre da nicht die Weinkultur. Meinem subjektiven Empfinden nach beschränkt sich das Angebot auf überschaubare vier Rebsorten, nämlich Grüner Veltliner, Muskateller, Zweigelt und Blaufränkisch (laut österreichwein.at zweiundzwanzig Weiße und dreizehn Rote). Wenn es gut läuft, als Schmankerl einen Gemischten Satz. Und zwar nicht nur hierzulande bei Edeka (wo Frankreich …