Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Wien

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Hueregueter Chäs

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Alle Schweizer sind Punks, jedenfalls alle, die ich kennengelernt habe. Angelo Stäldi etwa, mit dem ich für Vice Munchies auf einer Kirchenbank über Milchschaumverbote und Innereien im Kühlschrank gesprochen habe. Ebenso Andrzej Koch, der in der Wollzeile den kleinsten Käseladen Wiens betreibt. Jetzt hat Der Schweizer Konkurrenz bekommen von Jumi, einem mit Schweizer Perfektion und Schweizer Punkattitüde eingerichteten Shop im achten Bezirk. Neben Kuhglocken, einem riesigen Metallbottich und fantastischen Käsen in Form von Gehirnen gibt es dort Käsehobel, schwarze Nüsse (Hallo, Trend!) und Weine des Collectif anonyme. Einer von Jumis Bestsellern heißt AGAB, was für All Goats are beautiful steht. Was es damit auf sich hat, habe ich für die FAZ Woche aufgeschrieben. Huereguet drückt auf Schwyzerdütsch übrigens Wohlgefallen aus.

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Paul x Perle

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Von Zeit zu Zeit muss auch eine Foodautorin weg vom Schreibtisch und hinter den Herd, um die Realität nicht aus dem Blick zu verlieren. Gemeinsam mit dem großartigen Buch-, Wein- und Trüffelliebhaber Jörg Dauscher koche ich unter dem Namen Paul & Perle mehrgängige Menüs für Freunde und Fremde. In Berlin sagt man dazu Supper Club, …

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Eitrige – Liebe ist, wenn man es trotzdem isst

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Wien ohne Würstlbude ist wie Berlin ohne Currywurst. Am U-Bahnhof Eberswalder Straße bringt der Mutzenbacher-Imbiss seit letztem September ein Stück österreichische Esskultur in die Hauptstadt. Bereits seit 2012 betreiben Franz Steiner und Marcel Schnabel das gleichnamige Restaurant in Friedrichshain, von ihrer Street Food-Credibility kann man sich unter anderem auf dem Village Market in der Neuen Heimat überzeugen. Logischer nächster Schritt ist eine Würstlbude – stilecht ohne -e. Am Wiener Gürtel sind diese Buden Institutionen des Nachtlebens, weswegen auch der Mutzenbacher-Imbiss bis Mitternacht geöffnet hat. Je später der Abend, desto besser schmeckt die Käsekrainer – der Österreicher sagt „Eitrige“ dazu – eine knackige Wurst mit flüssigen Käsestückchen oder die Landjäger, eine getrocknete, haltbare Wurst und somit idealer Proviant für die kommende Nacht. Das Fleisch kommt direkt aus Franz’ Heimatdorf in Kitzbühel. Echte Prenzlauerberger greifen beim veganen Alpenburger zu oder bei den von den Piefkes zu unrecht verschmähten Mannerschnitten. Für spontane Feierlichkeiten hält der Imbiss Champagner bereit, eine Marotte, die man von Berlin-Touristen kennt, die Perlwein in Kombination mit Currywurst für eine Delikatesse halten. Dann doch lieber eine Bosna, eine Bratwurst, serviert mit Estagonsenf, Petersilie, Zwiebeln, Ketchup – und Currypulver.

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#vienna #shortnotes

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 Auszug aus dem Wiener Reisetagebüchlein, das natürlich ein Moleskine ist: – Bei Veganista im siebten Bezirk behauptet das Eis, ein „ehrliches“ zu sein. Konkret bedeutet das Tonkabohne, Mohn und Hafer-Zimt auf veganer Basis. Besonders gelungen ist der Name für das, was in Berlin Zwei Dicke Bären machen, ein Cookie-Eis-Sandwich. Hier heißt es Inbetwiener. Zufälligerweise kenne …

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Was Hans mich nicht lehrt, lern ich von Hänschen

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Ich habe einen Wiener Freund, der möchte mir seine Kultur erklären. Nennen wir ihn Hans. Hans findet, nichts bündele die österreichische Seele so sehr wie der Heurige. Man muss sich den Heurigen als bodenständige Version eines Weinlokals vorstellen. Hans‘ Jugend fand praktisch ausschließlich im Heurigen statt, daher sein fundiertes Wissen und sein Wunsch, mich an …

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Oben sitzt es sich imperial

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Beim K. u. K Hofzuckerbäcker Demel mag der Tourist noch weniger als solcher entlarvt werden als am Würschtelstand. Nichts wäre schlimmer, als in einen Topf mit den Socken-in-Sandalen-tragenden Briten geworfen zu werden. So nuschelt der Toursit den deutschen Akzent hinweg und spickt seine Sätze mit möglichst vielen „Eh’s“, die dem Wiener so leicht über die …

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Von Blogger zu Blogger

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Der Blogger ist ein einsamer Wolf. Selten begegnet er seinen Artgenosen in der freien analogen Natur, meistens bleibt es beim gegenseitigen Beschnüffeln im Netz. Zu meinen liebsten Kolleginnen gehört Katharina Seiser. Esskultur.at ist denkbar weit vom üblichen Rezept-Schnickschnack entfernt, stattdessen gibt sie Tipps, mit welchen Speisen man die Hitze übersteht (damals, ach, im Sommer), Erfahrungsberichte, …

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Statt Kaffeehaus (Kaffee mit langem -e) – Third Wave Coffee in Wien

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Nach Wien kam ich im unerschütterlichen Glauben an die Kaffeehauskultur. Gewiss säßen dort alle den ganzen Tag in hallenartigen Räumen, ließen sich von Kellnern im Frack anmotzen und rührten in ihrem winzigen Einspänner. Die Erfahrung zeigte, dass es solche mondänen Häuser noch gibt, wo Thomas Bernhards Geist weht und ältere Herrschaften über den Sittenverfall schimpfen. …

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„Wie in Wien, dachte ich mir“

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„Ich ließ mir eine Flasche Chardonnay Steinhof Reserve 2012 von Wieninger kommen, 2012 war in Wien ein denkwürdiges Jahr gewesen, die Weine zeigten Rohseide, Zahngold, Handschuhleder, einen Dialog von Knochen und gebackenem Pfirsich, der von kristalliner Mineralität moderiert wurde (…). Wie in Wien, dachte ich mir, wo man für den Preis eines Bieres im Kaffeehaus den ganzen Tag lang sitzen kann, nachdenken, alle Zeitungen lesen, kann man hier für ein paar hundert Dollar über einem Teller Knödel mit Kaviar vom artengeschützten Traunseestör Platz nehmen, unter einem großformatigen Bernhardporträt von El Schnabuloso, das Bernhard frierend zeigt, in der Nacht, im Winter, an einem spanischen Strand, in einem Trenchcoat mit Naturhornknöpfen, mit schwarzen Adern an den Schläfen, im Licht einer letzten Straßenlaterne.“

Aus dem ganz wunderbaren Roman „Die Murau Identität“ von Alexander Schimmelbusch.

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Friede den Eispalästen

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Von der Innerern Stadt bis Favoriten sind es fünfzehn Minuten. Es ist eine Reise vom einen Ende der Einkommensgrenze zur anderen. Wiens zehnter Bezirk ist von der Gentrifizierung so weit entfernt wie Back Company von der Filterkaffeewelle. In Favoriten ist nichts im Kommen. Der Reumannplatz, das abstrakt-hässliche Herzstück des Bezirks, erinnert einen daran, dass Wien nicht bloß aus …