Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Wurst

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Eitrige – Liebe ist, wenn man es trotzdem isst

Wien ohne Würstlbude ist wie Berlin ohne Currywurst. Am U-Bahnhof Eberswalder Straße bringt der Mutzenbacher-Imbiss seit letztem September ein Stück österreichische Esskultur in die Hauptstadt. Bereits seit 2012 betreiben Franz Steiner und Marcel Schnabel das gleichnamige Restaurant in Friedrichshain, von ihrer Street Food-Credibility kann man sich unter anderem auf dem Village Market in der Neuen Heimat überzeugen. Logischer nächster Schritt ist eine Würstlbude – stilecht ohne -e. Am Wiener Gürtel sind diese Buden Institutionen des Nachtlebens, weswegen auch der Mutzenbacher-Imbiss bis Mitternacht geöffnet hat. Je später der Abend, desto besser schmeckt die Käsekrainer – der Österreicher sagt „Eitrige“ dazu – eine knackige Wurst mit flüssigen Käsestückchen oder die Landjäger, eine getrocknete, haltbare Wurst und somit idealer Proviant für die kommende Nacht. Das Fleisch kommt direkt aus Franz’ Heimatdorf in Kitzbühel. Echte Prenzlauerberger greifen beim veganen Alpenburger zu oder bei den von den Piefkes zu unrecht verschmähten Mannerschnitten. Für spontane Feierlichkeiten hält der Imbiss Champagner bereit, eine Marotte, die man von Berlin-Touristen kennt, die Perlwein in Kombination mit Currywurst für eine Delikatesse halten. Dann doch lieber eine Bosna, eine Bratwurst, serviert mit Estagonsenf, Petersilie, Zwiebeln, Ketchup – und Currypulver.

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Anleitung zum Vegetarier sein

Obwohl ich in dieser Woche sicher zwanzig Stunden im Theater verbracht habe, bleibt dieser Abend in Erinnerung. Bei „Welcome to Germany“, einer Arbeit des Performancekollektivs Monster Truck, sitzt das Publikum an Biertischen auf einer kreisförmigen Bühne, eingefasst von einem zünftigen Bayern-Panorama. Wer schon mal auf der Wiesn war, wähnt sich in München. Zwei stramme Burschen in Lederhosen knallen jedem Zuschauer eine Wurst auf den Tisch. Ich sage „Nein danke, ich essen kein Fleisch“, die Wurst bleibt stehen.

Dann wird es dunkel und eine Frau im Hygieneanzug betritt die Szene. Von der Decke senkt sich ein Fleischerhaken herab, daran baumelt ein totes Ferkel. In den folgenden zwanzig Minuten zerlegt die Frau dieses Schwein mit kalter Präzision; „fachmännisch“ lautet die Vermutung von jemandem, der noch kein Schlachthaus von innen gesehen hat. Währenddessen, und das ist natürlich ein herrlich physischer Theatermoment, stinkt die Wurst auf dem Pappdeckel vor sich hin.

Für Leipziger Intendanten reicht so eine Sauerei, um ein Stück nicht zur Aufführung zu bringen, Berliner, die im Theater eben noch brennende Briefe gesehen und Kalkbrenner gehört haben, bleiben gefasst.

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Lieber die Wurst auf dem Teller…

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… als das Schwein auf der Bühne?

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An einem Samstag im September

Es ist der Tag des Kaffees. In Berlin-Mitte ist das ja gefühlt jeden Tag der Fall (alle haben immer Urlaub oder arbeiten in der Kreativbranche, sitzen also im Café vor ihrem Mac), aber am Samstag, den 6. September ist es das ganz offiziell. Pro Macchina lädt zu einem Coffeetasting, wo man sich  durch verschiedene Sorten …