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Totally Zen

Nach Kyoto kam ich ohne Plan. Im doppelten Sinn: Ohne Stadtplan und ohne Liste mit Sehenswürdigkeiten. Davon hatte ich in Tokio mehr als genug. Ich fühlte mich wie sie:

The silence of traveling alone in a country with a significant language barrier took me by surprise. I’m an avid traveller, generally preferring to go it alone, but usually I can either get by in the language or I encounter a few denizens of whatever country I’m in that can get by in English. In Tokyo, I didn’t encounter that and in Tsumago even less. It was a solitude of a different variety.

Für zwei Dinge ist Japans alte kaiserliche Hauptstadt berühmt, seine Tempel und Matchatee. Egal, wohin der Weg führt, in Kyoto reiht sich ein Schrein an den nächsten. Dazwischen wollen Gärten mit ruhig dahinfließenden Bächen, dass man sich auf eine Bank setzt und einfach da ist. Der aufgeriebene Zustand, in den mich wenige Tage Tokio versetzten, das being lost in translation, wich einem seltsamen Frieden. Nicht einmal der Touristenirrsinn aus Süßwarenladen, Eisbuden, Kimonoverleih, Seidentäschchenmanufaktur und Fächerfabrik konnten dem etwas anhaben. Für einen halben Tag war ich totally Zen.

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Is that our reality?

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Ein Wunder, dass man in Kyoto nicht von umherfliegenden Matcha-Tassen erschlagen wird. Im übetragenen Sinn kriegt man das in Deutschland absurd teure Pulver dort nachgeworfen. Ich beließ es bei einem Matcha-Maronen-Softeis und einem Schluck Tee. Tatsächlich war ich so Zen, dass ich vergaß, zu konsumieren.

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Matcha-Maronen-Softeis

Unschlüssig, ob ich über Nacht bleiben soll oder nicht, streunte ich durch verhuschte Gassen. Überall duckten sich winzige Häuser weg, viele davon mit jenen Vorhängen geschmückt, die sie als Izakaja ausweisen, als eine Mischung aus Kneipe, Snackbar und Tapasladen. Eines davon hielt tatsächlich eine englische Speisekarte bereit. Ich traute mich hinein.

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Abgesehen von der leicht kryptischen Karte war Europa ganz weit weg. Ich war die einzige gaijin im Raum. Zwei Männer werkelten in der offenen Küche, zwei im Service. Eine Frau hinter der Theke habe ich nirgendwo in Japan gesehen. Offenbar ist die Meinung eines Sushimeisters wie Jiro Ono Konsens, dass Frauen am Herd nichts zu suchen haben. Beide Köche tranken Bier aus 100 ml-Gläsern. Ständig riefen sie Hai! Hai!, das bedeutet „ja“. Ich nahm an der Theke Platz. Neben mir wurde geraucht.

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Es herrschte das Tapasprinzip: Von allem ein bisschen und gerne auch mehr. Bis auf ein Stück undefinierbaren gummiartigen Fisch ließ ich nichts auf dem Teller zurück. Auch der heiße Sake, den ich zuletzt bei Cocolo Ramen stehen ließ, war eine Offenbarung. Nach den Edamame muss ich fragen, ansonsten wurde ich nicht anders behandelt, als die zerknitterte alte Dame neben mir mit ihrem goldenen Halbliterglas Bier. Ich aß und aß und alles, was sich einstellte, war eine leichte Sattheit. Zen im Bauch. Dann fuhr ich zurück nach Tokio.

My time in Kyoto was a blur.

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ko


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