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Tradition muss sein

„Ab dem zweiten Jahr ist es eine Tradition“, schrieb mein Wichtel Thomas in einer seiner letzten Nachrichten. Nachdem ich beim Winewichteln vergangenes Jahr zunächst leer ausging, schickte er mir – unbekannterweise! – gleich zwei Trostflaschen. Nummer eins, einen 2012er L’Olivelle von Clos Marie, leerte ich mit A. in meiner Berliner Küche. Nummer zwei, Peter Jakob Kühns Klosterberg Riesling 2012, mit J. an einem Freitagabend in Wien.

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Ausgetrunken

Was das Winewichteln angeht, bin ich Traditionalist. Auch dieses Jahr schickten Thomas und ich uns jeweils zwei Flaschen. In meinem Amazon-Karton (sorry!) steckte eine meiner neusten Entdeckungen, die Rotweincuvée Ein Traum der coolen österreichischen Winzerin Birgit Wiederstein, und die mir bis vor Kurzem unbekannte Rebsorte Pecorino in Form eines 2014 Offida DOCG von Sabatini Pilastri. Thomas‘ Paket sah zugegeben sehr viel hübscher als meines aus. In einem Bett aus Stroh, bei dem ich gleich an das Jesuskind in seiner Krippe denken musste, lagen ein Télemaco von 2012 und eine 2010er Rotweincuvée Faugères Jadis von Domaine Leon Barral. Noch warten die beiden auf den passenden Moment🌟, aber so viel steht fest: Bei mindestens jedem fünften Schluck werde ich an meinen Lieblingswichtel denken.

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Ein Schaf und ein Traum

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Wie das Jesuskind in seiner Krippe.

Mein diesjähriges Paket ging nach Graz, eine Stadt, mit der mich seltsamerweise viel verbindet, ohne sie besucht zu haben. Erneut griff ich auf Birgit Wiederstein zurück, in Form des Blauen Zweigelts Zirkus.

Ich wiederum wurde gleich dreifach beschenkt. Neben einem Barbaresco (die Autokorrektur macht daraus „barbarisch“) vom Weingut Alte Roche Bianche hat mein Wichtel Birgit Rumpflaumen und Lebkuchen aus dem Mühlviertel in ihr Paket gepackt. Den Wein, verriet sie in der beigelegten Karte, habe sie auf ihrer letzten Reise ins Piemont entdeckt. Grazie mille, liebe Birgit!

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⭐ Zum Thema passender Moment für einen besonderen Wein verweise ich auf die Szene in Sideways, in der die Hauptfigur einen mehrere hundert Dollar teuren Bordeaux bei Mc Donald’s aus dem Plastikbecher trinkt. Allein.